Pro Natura Baselland

Neue Geschäftsleitung: «Ich habe die Ausschreibung von Pro Natura rein zufällig gesehen»

Thomas Fabbro hat sich unter 50 Bewerbern durchgesetzt.

Thomas Fabbro hat sich unter 50 Bewerbern durchgesetzt.

Thomas Fabbro soll als neuer Geschäftsführer die durchgeschüttelte Pro Natura Baselland auf Vordermann bringen.

Pro Natura Baselland rappelt sich nach einem «sehr schwierigen Jahr», so Präsidentin Meret Franke, wieder auf: Die wohl gewichtigste Naturschutzorganisation im Landkanton hat vor ein paar Tagen einen neuen Geschäftsführer angestellt. Es ist der 42-jährige Thomas Fabbro aus Kleinlützel.

Von seinem Erststudium her – Biologie – passt er ins Bild von Mitarbeitern bei Naturschutzorganisationen. Blickt man aber auf das Zweitstudium und seinen bisherigen Job, passt er eher weniger. Fabbro ist nämlich auch Statistiker, hält dazu an der Universität Basel Vorlesungen und führt am Unispital die Abteilung Forschungsinfrastruktur mit 36 Mitarbeitern.

Er muss sich ans politische Baselbiet herantasten

Was reizt Fabbro zum Wechsel in ein völlig anderes Berufsumfeld mit nur zwei Mitarbeitern? «Ich habe die Ausschreibung von Pro Natura rein zufällig gesehen, habe lange überlegt und hörte schliesslich auf mein Herz, das seit Kindsbeinen für den Umwelt- und Naturschutz schlägt», sagt Fabbro. Er hoffe, an seiner neuen Stelle, die er im kommenden Februar antritt, etwas zu bewirken. «Mein Ziel ist, die Artenvielfalt im Baselbiet zu stärken und viele Leute dafür zu sensibilisieren.» Er freue sich auch auf den grossen Gestaltungsspielraum, den er bei seinem neuen Job habe.

Das Baselbiet ist für Fabbro , der im Fricktal aufgewachsen ist, in Basel arbeitet und mit seiner Frau und den zwei Kindern seit längerem im Solothurnischen lebt, zwar nicht gerade ein Gebiet mit sieben Siegeln, aber auch nicht allzu bekannt. «Ich kenne den Kanton vor allem von Exkursionen und Velotouren her. Politisch ist das Baselbiet aber eher Neuland, und es wird eine der Herausforderungen für mich sein, Netzwerke zu knüpfen.»

Eine andere dürfte sein, den durchgeschüttelten «Laden» wieder auf Vordermann zu bringen. Pro Natura Baselland hatte nicht nur altgediente Vorstandsmitglieder mit entsprechendem Know-how, sondern – schwerwiegender – per Anfang dieses Jahres auch den die Organisation jahrelang prägenden Geschäftsführer Urs Chrétien zu ersetzen. Und kaum hatte sich dessen Nachfolger eingearbeitet, schied er im Juni aus dem Leben. Daraufhin blieb die Geschäftsstelle drei Monate geschlossen. Derzeit arbeitet Pro Natura mit einer ad interim-Lösung. Nein, diese Situation mache ihm keine Angst, sagt Fabbro. «Ich sehe Pro Natura Baselland als eine gut strukturierte und funktionierende Organisation.» Aber es brauche jetzt sicher etwas Zeit, Neues aufzubauen.

Nach einem Jahr werden neue Projekte aufgegleist

Diese Zeit hat Fabbro auch. Präsidentin Meret Franke sagt: «Ihm steht ein Jahr Einarbeitungszeit zu. Dann können wir neue Projekte aufgleisen.» Dass die Wahl des Vorstands unter den 50 eingegangenen Bewerbungen auf Fabbro fiel, erklärt sie vorerst mit seinem Rucksack. Er bringe alles mit, was es brauche vom naturwissenschaftlichen Hintergrund, der praktischen Naturschutzerfahrung bis hin zur Führungserfahrung. Und: «Thomas Fabbro hat eine sehr überzeugende Art, seine Leidenschaft für die Natur zu vermitteln. Man spürt das Herzblut.»

Selber Hand anlegen in der Natur tut Fabbro übrigens als Präsident des Lützelvereins, der die Natur im Lützeltal pflegt. Und er hält Engadiner Schafe, eine Pro Specia Rara-Rasse. Dies war sicher bei der Bewerbung kein Nachteil, denn die Schafhaltung ist bei Pro Natura-Geschäftsführern schon so etwas wie eine kleine Tradition.

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Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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