Erlebnisraum Tafeljura

Neue Hoffnung auf Baselbieter Jurapark — Präsidentin im Interview

Florence Brenzikofer

«Die Gemeinden beschäftigt nach wie vor die Frage der Finanzierung.», Florence Brenzikofer Nationalrätin Grüne Baselland

Florence Brenzikofer

Der Verein Erlebnisraum Tafeljura hält an seinem Gründungsziel fest, sagt Präsidentin Florence Brenzikofer. Doch der Weg ist noch weit. Die Grüne Nationalrätin nimmt im Interview Stellung.

Es gibt den Jurapark Aargau. Im Solothurnischen gibt es den Naturpark Thal. Nördlich des Belchen klafft im Oberbaselbiet eine Lücke. 2009 scheiterte ein Anlauf zur Bildung des Juraparks Baselland im letzten Moment am Widerstand der Diegtertalgemeinden. Doch bereits 2014 wurde ein neuer Anlauf per 2019 angekündigt.

Vergangene Woche nun lud der Verein Erlebnisraum Tafeljura ins Sissacher Ebenrain-Zentrum zu einem Workshop, um darüber zu debattieren, welche Chance eine Wiederaufnahme der Idee heute hätte. Die Vereinspräsidentin, Grünen-Nationalrätin Florence Brenzikofer, nimmt zu den Resultaten Stellung.

Wie optimistisch sind Sie nach Ihrem Workshop, dass der Jurapark Baselland doch noch Realität wird?

Florence Brenzikofer: Es gibt immer noch offene Fragen und kritische Bemerkungen von Beteiligten. Aber für uns war es wichtig, zunächst den Puls von Organisationen, Gemeinden und Kanton zu nehmen. Daher waren die Beiträge der rund 70 Geladenen, die zur Tagung kamen, sehr wertvoll. Die Realisierung wird nicht ohne Gemeinde- und Kantonspolitik gehen.

Sie weichen aus. Anders gefragt: War diese Veranstaltung der Durchbruch für einen Baselbieter Jurapark?

Der Grundtenor in Sissach war sehr positiv, was meine Zuversicht steigert. Was allen Beteiligten gemeinsam ist: Wir alle schätzen die Natur und die kulturelle Vielfalt des Oberbaselbiets und sehen die Potenziale, die uns das alles bietet.

Was also könnte ein Jurapark Baselland bringen?

Es gibt schon zahlreiche regionale Produkte, aber ein eigener Naturpark könnte eine noch viel stärke Vernetzung unter den Anbietern zugunsten einer wirksameren Vermarktung bringen. Ebenso könnte man diese gemeinsam gewonnene Stärke mit einem einheitlichen Erscheinungsbild nach aussen tragen. Auch die Zusammenarbeit unter verschiedenen Organisationen, die sich schon heute in der Region engagieren, liesse sich besser koordinieren, um den Tourismus und die kulturelle Vermittlung unserer Region zu stärken. Schliesslich bietet die Neugründung des Vereins Region Oberbaselbiet nun eine zusätzliche Chance zur Bildung dieser identitätsstiftenden Klammer.

Sie haben selber die Vorbehalte und offenen Fragen angesprochen, die es noch gibt. Welche konkret?

Die Gemeinden beschäftigt nach wie vor die Frage der Finanzierung. Da steht der Fünfliber pro Einwohner und Jahr im Raum. Wenn aber Gemeinden und Kanton ihren Beitrag leisten, fliessen auch die Subventionsgelder des Bundes. Andere Bedenken dagegen konnten schon an der Veranstaltung ausgeräumt werden.

Welche?

Vor allem Landwirte sind skeptisch wegen allfälliger Verbote und Einschränkungen. Klar ist aber, dass es keine raumplanerischen Eingriffe gäbe.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir werden jetzt zuerst die Ergebnisse der Arbeitsgruppen evaluieren. Grund zu grosser Eile besteht aber nicht. Die Eingabefrist für Bundessubventionen in der nächsten Leistungsperiode 2025/28 ist erst Winter/Frühjahr 2023/24.

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