Eröffnung

Neue Klinik in Laufen konkurrenziert etablierte Schmerzklinik Basel

Gestern eröffnete das Kantonsspital Baselland (KSBL) am Standort Laufen eine neue Klinik für Schmerztherapie. Vorerst bietet diese Platz für acht stationäre Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. Doch eine Verdoppelung ist bereits angedacht.

So also sieht die Rettung des Kantonsspitals Laufen aus: Die Betten sind gemacht, der Fitnessraum und die Therapiezimmer eingerichtet. Auf den ersten Blick mehr wie Hotellerie denn Spital wirkt die neue Klinik für Schmerztherapie – und soll den kleinsten und schwächsten der drei Standorte des Kantonsspitals Baselland (KSBL) wieder auf Kurs bringen. Gestern wurde die Abteilung eröffnet.

Nur hier ein Psychiater vor Ort

Zwar bleibt der Standort Laufen ein Spital mit Grundversorgung – so will es der Laufentalvertrag –, doch mit der Spezialisierung auf die stationäre Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen hofft die Chefetage, für die Zukunft gerüstet zu sein. «16 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden unter chronischen Schmerzen – das sind alles potenzielle Patienten», sagt Michael Rolaz. Der Geschäftsleiter des Standorts Laufen rechnet mit rund 300 Patienten pro Jahr, wobei die Abteilung zu Beginn acht Betten bietet mit der Möglichkeit, diese Anzahl gegebenenfalls zu verdoppeln (siehe Kasten). Bereits seien zehn Anmeldungen eingegangen. Die meisten Fälle betreffen chronische Rückenleiden oder Kopfschmerzen.

Allerdings betritt die Klinik für Schmerztherapie in der Region keineswegs Neuland: Bereits seit 30 Jahren gibt es die Schmerzklinik Basel im Kirschgarten. Und auch das Bethesdaspital hat eine Abteilung zur Schmerzbehandlung. Doch Rolaz ist überzeugt: «Wir sind die Ersten in der Region, die neben der physischen auch die psychische Betreuung der Patienten aus einer Hand anbieten.» Eine enge Zusammenarbeit mit der Psychiatrie Baselland ermöglicht, dass ein Psychiater fest in Laufen stationiert ist. Dieser sei wichtig, da chronischer Schmerz sich auch ins Gehirn einbrennen könne. «Wir wenden sozusagen eine positive Gehirnwäsche an», erklärt Rolaz.

Vorerst keine Zusammenarbeit

«Ich weise mit Vehemenz darauf hin, dass wir ebenfalls eine psychiatrische Betreuung anbieten», entgegnet der Verwaltungsratspräsident der Schmerzklinik Basel, Guido Gallacchi. Dies dank der Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Überhaupt sei die Schmerzklinik Basel die einzige, die alle Richtlinien der «International Association for the Study of Pain» erfülle und zertifiziert sei. «Darum dürfen auch nur wir den Begriff ‹Schmerzklinik› verwenden», so Gallacchi stolz.

Auch nimmt er Laufen nicht als echte Konkurrenz wahr, da die Schmerzklinik Basel das Schwergewicht neben 15 Stationärbetten vor allem auf den ambulanten und teilstationären Bereich lege. Bis zu 120 000 Patienten kämen demnach jährlich zu ihnen. «Gallacchi ist halt ganz Geschäftsmann», reagiert Rolaz mit einem Schmunzeln. Selbstredend erfülle auch die Laufner Klinik die Richtlinien. Rolaz rechnet damit, dass es genügend Patienten für alle Anbieter gibt. Er wisse zwar, dass die Schmerzmedizin nicht automatisch eine «Cash Cow» sei: «Der Verwaltungsrat des KSBL ist sehr ehrgeizig, doch auch nicht naiv.» Man erwarte mittelfristig einen kostendeckenden Betrieb. Gallacchis deutliche Worte dürften denn auch eher von einer Enttäuschung herrühren: Mehrfach habe er dem KSBL eine Zusammenarbeit angeboten – doch bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten.

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