Möbelmarkt

Neue Mömax-Filiale in Pratteln: Der österreichische Möbelgigant breitet sich in der Region aus

Meinrad Fleischmann war früher CEO von Möbel Pfister.

Meinrad Fleischmann war früher CEO von Möbel Pfister.

Das Möbelunternehmen XXXLutz zieht in die Räumlichkeiten des Interio in Pratteln. Das ist Teil einer forschen Expansionsstrategie.

Das Markenzeichen der Möbelkette XXXLutz ist der gigantische rote Stuhl vor den Verkaufsläden. Auch der Name verheisst Grosses. Und gross sind auch die Ambitionen des österreichischen Möbelunternehmens. Schon seit längerem verfolgt die Kette einen forschen Expansionskurs in Europa. In Tschechien und der Slowakei ist sie bereits Marktführer. In Deutschland ist sie nach Ikea die Nummer zwei und macht kein Geheimnis daraus, dass sie auf Platz eins vorrücken will.

Immer mehr Filialen in der Schweiz

Seit dem Frühjahr 2018 breiten sich die Österreicher auch in der Schweiz aus. Im Oktober des letzten Jahres übernahmen sie Möbel Pfister. Ende Jahr wurde bekannt, dass sie auch sechs der insgesamt elf Interio-Filialen der Migros übernehmen. Der Möbelgigant zieht mit der Discount-Marke Mömax in die ehemaligen Interio-Standorte. Heute öffnet in Pratteln die letzte der sechs Mömax-Fillialen in der Deutschschweiz ihre Pforten.

Es mangelt nicht an Konkurrenz

Das Angebot von Mömax ähnelt optisch demjenigen von Ikea: Trendige Möbel und Accessoires, angelehnt an Designerstücke. Die Preise bewegen sich ebenfalls in einem ähnlichen Rahmen. Das schwedische Einrichtungshaus befindet sich in Pratteln auch gleich um die Ecke. Genau wie sieben weitere Möbelhäuser.

Meinrad Fleischmann ist trotz Konkurrenz in unmittelbarer Nähe und dem Scheitern des Vorgängers überzeugt vom Erfolg. Fleischmann war bis 2015 CEO von Möbel Pfister und ist jetzt Expansionsverantwortlicher von Mömax Schweiz. «Wir bewegen uns im Preiseinstiegssegment wie andere Anbieter, setzen aber gleichzeitig auf eine höhere Qualität.» Die Möbel bei Mömax würden zum grössten Teil aus Europa stammen: aus dem Baltikum, Polen dem Balkan oder Österreich. Ein kleiner Anteil der Möbel und der Grossteil der Kleinartikel stammen aus Asien.

Auch der Blick ins Ausland stimmt Fleischmann zuversichtlich: «In anderen Ländern ist die Marke seit fast 20 Jahren erfolgreich und dort ist die Konkurrenzlage nicht wesentlich anders als in der Schweiz.» Mit der Eröffnung von Mömax haben die Österreicher mit Möbel Pfister gleich zwei Standorte in Pratteln: Pfister im hohen Preissegment und Mömax im tiefen. Wie in allen Filialen sei in Pratteln allen Verkaufsmitarbeitern von Interio nach der Übernahme ein Angebot zu gleichen Bedingungen gemacht worden, so Fleischmann. Etwa 90 Prozent der Mitarbeiter in der Schweiz hätten das Angebot angenommen.

Jahresumsatz wurde massiv gesteigert

Es läuft gut beim Möbelunternehmen XXXLutz, hinter dem die österreichische Besitzerfamilie Seifert steht: Der Umsatz stieg im Jahr 2019 um 700 Millionen von 4,4 Milliarden auf 5,1 Milliarden Euro. Und die Expansionstour in der Schweiz soll noch nicht enden. Mit der Eröffnung der letzten Mömax-Filiale in Pratteln sei die Deutschschweiz relativ gut abgedeckt, sagt Fleischmann. Nächste Station: «Die Westschweiz».

Vor drei Monaten eröffnete die erste Mömax-Filiale in der Schweiz. Trotz oder gerade wegen der Coronakrise verlief der Start gut: «Wir sind zufrieden, unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen.» Weil die Leute vermehrt zu Hause sind und die Einrichtung deshalb wichtiger werde, laufe es momentan gut für die Branche: «Wir gehören zu den Corona-Gewinnern.»

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