DPS Basel-Stad und Baselland

Neue Rechtsaussen-Partei hat bereits ein Mandat in Reinach

Sabrina Peter, neue Vizepräsidentin der DPS.

Sabrina Peter, neue Vizepräsidentin der DPS.

An diesem Wochenende gründen sich an zwei Treffen die Kantonalsektion Basel-Stadt und Baselland der Direktdemokratischen Partei Schweiz (DPS) des Rechtsextremisten Ignaz Bearth.

Der 28-jährige Ignaz Bearth war in der Neo-Nazi-Szene aktiv, gehörte der nationalistischen Pnos an und politisierte zwei Jahre in der St. Galler SVP. Diese verliess er Mitte Jahr, um rechts davon eine eigene Partei aufzubauen.

Die regional treibenden Kräfte sind der Allschwiler Treuhänder Marcel Hug, Arlette Sumi, Kilian Bellwald und Djondy Karama. Soweit unbeschriebene Blätter im Politbetrieb. Im Stil einer Führerpartei erhielten diese «bei Apéro, Wurst und Kartoffelsalat» Mitte September eine «Probezeit von drei Monaten», um die Partei in der Region Nordwestschweiz zu formieren. Sie scheint nach gut einem Monat bereits abgelaufen zu sein: Gemäss eigenen Angaben übernimmt Hug (42) das Präsidium, Karama (19) wird Jugendbeauftragter. Neu dazugestossen ist Sabrina Peter (30) als Vizepräsidentin.

Peter ist in Reinach kein unbeschriebenes Blatt: Erst am 23. September wurde sie auf der Liste der SVP für eine zweite vierjährige Amtszeit in die Sozialhilfebehörde gewählt. Entsprechend gross ist der Unmut in der kommunalen SVP. Caroline Mall, Präsidentin der SVP Reinach, erklärt gegenüber dem «Sonntag», sie fände es «moralisch schwierig» und auch «nicht fair», dass Peter so kurz nach den Wahlen die Partei wechsle. Denn nun sei die SVP, die Peter für die Wahl unterstützt habe, in diesem Gremium nicht mehr vertreten. Sabrina Peter erklärt, ein Gespräch mit der SVP Reinach werde noch stattfinden. Am Mandat für die Sozialhilfebehörde werde sie festhalten, aus dem Wahlbüro, in dem sie ebenfalls Einsitz hat, werde sie jedoch austreten.

In der SVP nicht mehr wohlgefühlt

Die Argumentation für den Parteiwechsel sind nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Gegenüber dem «Sonntag» erklärt Peter, sie habe sich «schon seit längerem» in der SVP nicht mehr wohlgefühlt, da sie sich mit dem Auftritt der SVP Schweiz nicht mehr habe identifizieren können. Caroline Mall meint allerdings, dass doch die Dorfpartei wenig mit dem nationalen Parteiauftritt zu tun habe und konkrete, handfeste Politik mache. Peter, die soziale Themen wie auch erneuerbare Energie zu ihrem Anliegen erklärt, meint jedoch, sie müsste auch zur nationalen SVP stehen können.

Dass nun ausgerechnet die DPS des Rechtsauslegers Bearth zu ihrer neuen politischen Heimat werden sollte, passt nicht wirklich. Doch Peters sagt, sie habe seit der Gründung Mitte Jahr die DPS verfolgt und mit Bearth ein «angenehmes Telefonat» geführt, das sie zum Wechsel motivierte. Vielleicht war allerdings auch verlockend, dass Bearth ihr neben dem Vizepräsidium und den Themen «Sport&Bevölkerung» auch das Ressort «Tierschutz» übergab.

Seit Juli betreibt Peter in Reinach den Verein «Katzen in Not», eine Organisation zugunsten von «kranken und behinderten» Katzen. Befeuert zu diesem Engagement wurde Peter durch einen zehntägigen Einsatz auf Mallorca für die Organisation «Katzenzuflucht». Ein kleiner Kater, «der ununterbrochen zitterte», hatte es ihr besonders angetan. Sein Name war: Peter. Oder wie Caroline Mall sagt: «Katzen sind ihr ganz wichtig geworden.»

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