Hagnau/Schänzli

Neue Überbauung: Muttenz plant den grossen Wurf

Muttenz plant ein neues Stadtquartier an der Kantonsgrenze an der Birs in unmittelbarer Nähe zum St.Jakob-Park.

Muttenz plant ein neues Stadtquartier an der Kantonsgrenze an der Birs in unmittelbarer Nähe zum St.Jakob-Park.

Zusammen mit dem Kanton will die Gemeinde die Schänzli-Umgebung überbauen. Rund 30'500 Quadratmeter Gewerbenutzfläche für 800 Arbeitsplätze sollen in Muttenz entstehen.

Es ist eine Entwicklung, die absehbar war. Doch dass sie derart gross gedacht ausfällt, überrascht: Fünf Hochhäuser zwischen 45 und 88 Metern Höhe sind im Gebiet Hagnau geplant. Rund 500 Wohnungen für über 1000 Personen und 30'500 Quadratmeter Gewerbenutzfläche für 800 Arbeitsplätze sollen in Muttenz entstehen. Drei Quartierpläne sind für die Überbauung und das Schänzli nötig. In Hagnau-Ost, wo Beton Christen zwischen Birsfelderstrasse, St.  Jakobs-Strasse und Hagnaustrasse Beton- und Steinutensilien lagert, sind drei, in Hagnau-West zwischen Birs und Hagnaustrasse zwei Hochhäuser geplant. Dort sollen das Gebäude der Graphax AG und das Kunsthaus Baselland bestehen bleiben. Mit dem dritten Quartierplan wird das Schänzli nun definitiv entwickelt.

Gemeinsame Entwicklung

Noch vor Jahren stritten sich die Gemeinde und der Kanton Baselland als Eigentümer vor Gericht über die Zukunft des Schänzli im Gebiet der Trabrennbahn. «Wir haben uns mit dem Kanton geeinigt, sodass wir die Grünzone Schänzli realisieren können», verkündete Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP). Es solle keine verlassene Naturzone werden, sondern ein Areal für die Menschen, wo sie sich zur Erholung und Freizeitgestaltung aufhalten können.

Verschiedene Eigentümer

Das Schänzli soll nicht als Rest, sondern als ein wichtiger Bestandteil des Ganzen betrachtet werden. Dementsprechend soll der Quartierplan Schänzli gleichzeitig mit mindestens einem der beiden anderen Quartierpläne vor die Gemeindeversammlung gebracht werden. Läuft alles nach Plan, wird dies 2017/18 sein.

Wahrscheinlich sei, dass Hagnau-Ost zuerst fertig geplant sein wird, da dort mit der HRS Real Estate nur ein Bauherr beteiligt ist. «In Hagnau-West sind die Eigentümerstruktur und die Bedürfnisse unterschiedlicher», beschrieb Gemeindepräsident Peter Vogt (CVP). Die Warteck Invest baut dort eines der Hochhäuser. Was die Stiftung Kunsthaus Baselland und die Graphax AG genau planen, sei noch nicht klar. «Was aktuell Bestand hat, kann auch dortbleiben», stellte Jourdan klar.

Für die gewerbliche Nutzung bereits zugesagt ist von der Kino-Theater AG (Kitag) ein Multiplexkino mit Bowling. Eine Einkaufsmöglichkeit für das Quartier, ein Café als Treffpunkt und Büros seien ebenfalls geplant. 1000 Parkplätze sind für Bewohner, Angestellte und Besucher nötig.

«Wir gehen in die Höhe, um möglichst viel Fläche des Areals freizuhalten», sagte Bauverwalter Christoph Heitz. Sogar auf den Dächern und Terrassen der Bauten sollen nutzbare Flächen entstehen. Der Gemeinderat erhofft sich durch das neue Quartier eine Entlastung des unter Druck stehenden Muttenzer Wohnungsmarkts.

Positive Reaktionen

Während fünfeinhalb Stunden informierte der Gemeinderat am Samstag die Bevölkerung im Donnerbaumschulhaus. Auch eine Arealbegehung in der Hagnau und im Schänzli wurde unternommen. Der Gemeinderat liess nichts aus, um die Bevölkerung in den ganzen Prozess einzubeziehen. «Das Ganze wurde positiv aufgenommen», freute sich Peter Vogt. «Natürlich gab es auch Fragen zu den Hochhäusern. Aber das ist normal und soll auch so sein.» Diese offensive Informationsstrategie will er weiter verfolgen. «Wir wollen aber nicht nur informieren, wir wünschen uns eine Mitwirkung der Bevölkerung.»

Neue Haltestellen

Dass Muttenz mit diesen Plänen vor grossen Herausforderungen steht, sei allen bewusst. Das Gebiet Hagnau ist durch den Verkehr stark lärmbelastet. Zudem sorgt das neue Quartier selber für Mehrverkehr. Möglichst viel soll der öffentliche Verkehr absorbieren.

Von der BLT kam bereits die Zusage für eine neue Haltestelle der Buslinie 47 in der Hagnaustrasse, wo der Bus auch vor und nach FCB-Heimspielen hält. Die BVB sandte positive Signale zur Wiederaufnahme der Tramhaltestelle Schänzli oder gar zu einer eventuellen Verschiebung der Haltestelle St. Jakob. Zusammen mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) werde der Verkehrsknoten St.  Jakobs-Strasse/Hagnau-strasse neu geplant.

www.hagnau-schaenzli.ch

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