Baselbiet

Neuer Landschreiber: «Im Idealfall ist das der letzte Job in meinem Leben»

Der Arlesheimer Peter Vetter soll neuer Landschreiber werden.BOB

Der Arlesheimer Peter Vetter soll neuer Landschreiber werden.BOB

Die Findungskommission hat sich für den Arlesheimer Peter Vetter entschieden. Er sieht sich zwar in der Poleposition für die Wahl. Doch weil er zuwenig bekannt ist im Baselbiet, macht er sich Sorgen um seine Wahl.

Herr Vetter, Gratulation zu Ihrem neuen Amt als Landschreiber.

Peter Vetter: Die Nomination als solches ist noch keine Wahl. Das herauszustreichen ist mir sehr wichtig.

Trotzdem: Was kann bei einem Einervorschlag überhaupt noch schiefgehen?

In der Politik weiss man nie. Natürlich habe ich die Poleposition, aber es gewinnt nicht immer der, der zuvorderst startet. Auch die Fraktionen müssen von mir überzeugt sein. Mein Bekanntheitsgrad im Kanton ist nicht so gross. Es ist deshalb vorstellbar, dass sich einzelne Landräte lieber eine Person wünschen, die schon länger für den Kanton arbeitet.

Angesichts der Mühen Ihres Vorgängers Alex Achermann stellt sich schon die Frage, warum Sie sich dieses Amt überhaupt antun wollen.

Herr Achermann war meines Wissens ein sehr guter Zweiter Landschreiber, der aber vielleicht nicht optimal für die Führungsaufgabe geeignet war. Aber genau das ist als Landschreiber sehr wichtig: Das bestehende Team ist gut, braucht aber eine gute Führung. Und hier sehe ich meine Stärke: Denn es sind eben gerade meine Führungskompetenzen, die mich auszeichnen.

Was macht für Sie den Reiz des Landschreiber-Amtes aus?

Es ist ein sehr interessanter Job an der Schnittstelle der Baselbieter Politik. Gerade als Jurist finde ich spannend, dass man als Landschreiber in Vieles hineinsieht, mitgestalten kann und trotzdem nicht zu stark im Fokus steht. Ich strebe nicht danach, ins Rampenlicht zu rücken. Zudem passt mir das Amt auch gut in meine Lebensplanung: Läuft alles so, wie ich mir das im Idealfall vorstelle, dann ist das der letzte Job, den ich in meinem Leben antrete.

Sie sind jetzt gerade einmal 51 Jahre alt. Haben Sie also vor, 14 Jahre lang als Landschreiber zu amten?

Vielleicht werden es dann auch nur zwölf Jahre, oder vielleicht hat man auch schon früher genug von mir. Aber ich denke gerade in einem solchen Amt ist es sinnvoll, längerfristig zu planen, um Kontinuität zu gewährleisten. Allerdings ist langfristige Planung auch nicht immer ganz ungefährlich. Gerade die aktuellen Debatten um eine allfällige Änderung des Amtes verfolge ich natürlich genau, wobei das Amt für mich auch in aufgeteilter Form sehr interessant bleiben würde. Zu prüfen, ob und allenfalls wie das Amt verändert werden soll ist eine Aufgabe, die auf jeden Fall auf mich zukommen wird.

Sie sind SPler. Inwieweit hat das einen Einfluss?

Ich bin kein Vollblut-Politiker, sonst hätte ich mich als Landratskandidat aufstellen lassen. Ich möchte aber die Politik vielmehr beobachten und auch vermittelnd Einfluss nehmen. Das Parteipolitische steht für mich überhaupt nicht im Vordergrund.

Hatten Sie Kontakt zu Vorgänger Alex Achermann oder zur aktuellen interimistischen Landschreiberin Andrea Mäder?

Nein. Herrn Achermann kenne ich nicht und Frau Mäder habe ich soeben zum ersten Mal getroffen, als ich mich der Landeskanzlei vorgestellt habe.

Wie geht die Landschreiber-Wahl am 28. November aus?

Sagen Sie mir das! Für mich ist sie völlig offen. Ich habe das Gefühl, dass die Gespräche mit den Fraktionen gut gelaufen sind. Zudem habe ich für meine Bewerbung ein gutes Zeugnis erhalten. Ich gehe davon aus, dass es nicht schlecht aussieht, aber trotz allem kann es sein, dass noch Vorbehalte auftauchen.

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