Kulturleitbild

Neues Baselbieter Kulturleitbild: Bekenntnis zu lebendiger Vielfalt und Partnerschaft

Der Kanton präsentierte das neue Leitbild für die Kultur Baselland 2013 - 2017, von links: Dr. Reto Marti, Leiter Amt für Kultur, Niggi Ullrich, Konzept&Redaktion und Leiter kulturelles.bl, Regierungsrat Urs Wüthrich

Der Kanton präsentierte das neue Leitbild für die Kultur Baselland 2013 - 2017, von links: Dr. Reto Marti, Leiter Amt für Kultur, Niggi Ullrich, Konzept&Redaktion und Leiter kulturelles.bl, Regierungsrat Urs Wüthrich

Die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion hat das von der Regierung verabschiedete neue Kulturleitbild vorgelegt. Das sogenannte leitbild_kultur.bl 2013-2017 soll auch als Grundlage für eine neues Kulturgesetz des Kantons dienen.

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Doch dass seit dem Landratsauftrag Ende 2009 dreieinhalb Jahre vergehen mussten, ehe Kulturdirektor Urs Wüthrich gestern ein neues Baselbieter Kulturleitbild vorlegen konnte, strapazierte die Nerven von so manchem Kulturschaffenden aufs Ärgste. Nun liegt das Werk in Form eines 54-seitigen Magazins, das sich trendig «leitbild_kultur.bl 2013-2017» nennt, auf dem Tisch.

Kulturgesetz nicht vor Herbst

Die Krux dabei: Das Leitbild allein kann die Kulturpolitik Basellands noch nicht konkret beeinflussen. Viel mehr soll es die Grundlage für künftige Entscheide des Landrates bilden. Zudem ist es der Rahmen für das Kulturgesetz. Dieses wurde aufgrund der Erkenntnisse aus dem Leitbild überarbeitet. Diesen Sommer kommt der entsprechende Entwurf in die Vernehmlassung, ehe der Landrat im Spätherbst das Gesetz verabschieden kann.

Gestern betonten Wüthrich, Kulturamtsleiter Reto Marti und der Kulturbeauftragte Niggi Ullrich bei der Präsentation in der Liestaler Kantonsbibliothek jedenfalls den grundlegenden Wert des Leitbildes: Es soll eine kulturpolitische Tour d'Horizon darstellen, Leitlinien, Prinzipien, Kriterien und Konditionen formulieren, aber auch konkrete Projekte bis ins Jahr 2017 auflisten. «Mit dem Leitbild bekennt sich Baselland zu seiner kulturellen Vielfalt und zur Partnerschaft mit Basel-Stadt und mit den Gemeinden», sagt Wüthrich.

Dem Umstand, dass Baselbieter Kulturdebatten oft auf das Verhältnis zu Basel-Stadt reduziert werden, soll die inhaltliche Breite des Leitbilds entgegenwirken. «Wir sprechen eher vom ‹urbanen Leben› als von der ‹Stadt›, und dieses hält sich nicht an Kantonsgrenzen», sagt Ullrich. Ein Neben- und ein Miteinander seien gleichzeitig möglich: «Baselland ist so etwas wie ein Campus, wo viele Kulturschaffende der Region ausgebildet werden. Ohne ihn wäre der ‹Walk of Fame› in Basel-Stadt nicht möglich.» Darauf zielt auch das im Leitbild formulierte Prinzip «Kompetenzzentren anstatt Leuchttürme».

Neue Förderinstrumente geplant

Am konkretesten wird das Leitbild, indem es zwölf Projekte auflistet, die bis 2017 prioritär gefördert werden sollen. Dieser Katalog sei eine «verbindliche, aber nicht abschliessende kulturpolitische Agenda», eine Art Masterplan. Unter anderem findet sich darin Folgendes:

• Mit «Unser Pool» möchte der Kanton ab 2014 einen neuen, aus dem Swisslos-Fonds finanzierten Förderpool schaffen. Dieser soll speziell interkommunale Kultur-Kooperationen «mit starker Ausstrahlung» fördern. «Er ist aber kein Selbstbedienungsladen ohne Gegenleistung», mahnt Ullrich. Jährlich sollen 500 000 bis 800 000 Franken hineinfliessen.

• Mit «KIM.bl», der Kooperationsinitiative Museen Baselland, möchte man ein Projekt fördern, das eine «umfassende, gemeinsame digitale Erschliessung, Sicherung und Veröffentlichung der Baselbieter Kulturgüter» schaffen will.

• Um der abnehmenden Lesekompetenz von Jugendlichen entgegenzuwirken, will man die Schulbibliotheken der Sekundarstufe I zu Lesezentren aufwerten.

• Das regionale Filmschaffen soll stärker gefördert werden. Ab 2015/16 könnten dafür in Kooperation mit Basel-Stadt jährlich rund eine Million Franken fliessen.

Ebenfalls berücksichtigt werden bekannte Institutionen wie das Theater Basel und Augusta Raurica oder Vorhaben wie der Standortwechsel des Kunsthauses. Dass all diese Projekte angesichts der finanziellen Lage des Kantons noch nicht im Trockenen sind, weiss Wüthrich. Er sagt aber auch: «Ein Ausgabenstopp darf kein Denkstopp sein.»

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