Abstimmung

Neues Komitee fordert «Ja zu Einzelfächern»

Bei vielen Lehrerinnen und Lehrern kommt die vorgesehene Einführung von Sammelfächern nicht gut an. (Archiv)

Bei vielen Lehrerinnen und Lehrern kommt die vorgesehene Einführung von Sammelfächern nicht gut an. (Archiv)

Landräte quer durch alle Parteien werben für ein Ja zum «Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer». Der Zusammenschluss von Fächern würde Lehrerinnen und Lehrer zu stark einschränken und die Qualität des Unterrichts verschlechtern.

Mit einem Budget von 5000 Franken und 400 Plakaten greift ein weiteres Komitee in den Abstimmungskampf um die Bildungsvorlagen ein: Unter dem Titel «Ja zu Einzelfächern» werben die Landräte Elisabeth Augstburger und Sara Fritz (beide EVP), Rahel Bänziger (Grüne), Matthis Häuptli und Regula Steinemann (beide GLP), Paul Hofer, Marianne Hollinger und Marc Schinzel (alle FDP), Caroline Mall, Pascale Uccella und Paul Wenger (alle SVP), Pascal Ryf (CVP) sowie Regina Werthmüller (parteilos) für ein Ja zur Vorlage «Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer».

Die gestern an einer Pressekonferenz präsentierten Argumente drehten sich schwerpunktmässig um Kosten und Lehrerausbildung: Die Fächer-Kombination, die ein angehender Lehrer wählen kann, werde stark eingeschränkt. Eine Kombination wie Mathematik, Physik und Geografie ginge nicht mehr, erklärte Ryf, denn zu Geografie gehöre dann auch Geschichte, und Physik müsse man mit Chemie und Biologie kombinieren. Dies gehe zulasten der Unterrichtsqualität: «Fehlende Kompetenz und fehlende Motivation der Lehrperson sind für den Lernerfolg tödlich», hiess es bei Häuptli.

Werthmüller betonte: «Reformen im Bildungsbereich funktionieren nur, wenn sie von der Basis her unterstützt und getragen werden.» Dies sei bei den Fachleuten aus der Praxis nicht der Fall, wie eine Umfrage des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland zeige: Dort hätten sich die am stärksten betroffenen Lehrkräfte der Sekundarstufe I deutlich gegen Sammelfächer ausgesprochen.

Wenger verwies dagegen auf die Kosten für neue Lehrmittel und dass die Pädagogische Hochschule noch keine Lehrpersonen in Sammelfächern ausbilde. (dh)

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