Gute eineinhalb Stunden plätscherte die 126. Generalversammlung (GV) von Gastro Baselland in Liestal vor sich hin. Ganz zum Schluss wurde es doch noch spannend. Beim letzten Geschäft, den Wahlen, wich die Lethargie lebhaften Voten. Zur Debatte stand die Wahl von Urs Berger in den Vorstand.

Berger, stellvertretender Direktor sowie Leiter Berufs- und Weiterbildung bei der Wirtschaftskammer Baselland, wurde von der Spitze des Wirteverbands angefragt, ob er als Fachmann für duale Berufsbildung in ihrem Vorstand mitwirken wolle. Der frühere CVP-Landrat sagte zu. Urs Berger wurde dann zwar gewählt, bei 4 Gegenstimmen und 14 Enthaltungen aber alles andere als glanzvoll.

Toni Brüderli sprach sich gegen Kandidat Berger aus. «Was soll ein Vertreter der Wirtschaftskammer in einem Branchenverband?», fragte sich der Gastrokönig aus Pratteln und wurde auch noch persönlich: Er habe mit Urs Berger schon lange Krach. Brüderli kündigte an, dass er letztmals an einer GV von Gastro Baselland teilnehme. Eine glückliche Beziehung hört sich anders an. Auf Nachfrage der bz erklärte Toni Brüderli, dass ein Austritt aus dem Verband aber kein Thema sei.

Auch der frühere Verbandspräsident Markus Thommen sagte, er bekunde zwar ebenfalls Mühe mit der Wirtschaftskammer. «Aber in Urs Berger habe ich Vertrauen; er ist der richtige Mann am richtigen Ort.» Verbandspräsident Enrique Marlés betonte, sie seien auf Berger zugegangen.

Nach dem bescheidenen Resultat meinte der Gewählte: «Ich akzeptiere es so, wie es ist. Damit habe ich keine Probleme. Man kann nie allen sympathisch sein.» Er sehe sich im Vorstand als Vertreter der dualen Ausbildung. Eine Gefahr, Gastro Baselland gegenüber anderen Verbänden zu bevorteilen, sieht Berger nicht.

Schwierige Finanzsituation

Vorstandsmitglied Philip Bühler präsentierte die Jahresrechnung 2017 und das Budget 2018. Die Zahlen sind rot. «Wir befinden uns in einer schwierigen finanziellen Situation», so Bühler. Das vergangene Geschäftsjahr schloss mit einem Defizit von 93 500 Franken, veranschlagt war ein Fehlbetrag von 51 500 Franken. Im Budget für das laufende Jahr wird mit einem Mehraufwand von 31 800 Franken gerechnet.

Dennoch werden die Mitgliederbeiträge für 2019 gesenkt. Einem Antrag wurde mit 17 Ja- gegen 8 Nein-Stimmen bei 16 Enthaltungen stattgegeben. Somit werden die Jahresbeiträge um 150 Franken reduziert, dafür erhalten Mitglieder, welche die GV besuchen, keine Rückerstattung mehr. Zudem wird die Äufnung des Fonds für Lernende aufgehoben. Bühler versicherte, dass der Vorstand ein ausgeglichenes Budget 2019 anstrebe. Dafür sind jedoch einschneidende Massnahmen notwendig.