Die Gesundheitsdirektoren beider Basel, Lukas Engelberger und Thomas Weber, erwiesen dem Neubau des Tierheims beider Basel am Donnerstagabend die Ehre: Sie weihten das neue Heim feierlich ein.

Weber lobte laut Manuskript neue didaktische Angebote des Tierheims für die Bevölkerung und Schulen zu Fütterung und Tierhaltung. Engelberger erinnerte gemäss Redemanuskript an die positive Wirkung von Haustieren auf den Blutdruck und das seelische Gleichgewicht. Er warb für Achtung für Tiere, die den Menschen weder Amüsement noch Nutzen bringen.

Zu dunkle Räume

Doch mit all dem Lob kommt auch schon erste Kritik auf. Das Veterinäramt bemängelt, dass einige Räume zu dunkel sind. Das schreibt die «Tageswoche». Die Räume entsprächen nicht der eidgenössischen Tierverordnung und konnten deshalb noch nicht freigegeben werden.

Die Mängel müssen nun erst beseitigt werden, bevor der Neubau ganz genutzt werden kann. Weder über die Kosten noch darüber, wie es zur Fehlplanung kam, gibt Béatrice Kirn, Geschäftsführerin des Tierheims, Auskunft.

Serafin Blumer vom Veterinäramt empfiehlt Glastüren oder Spiegel für die zu dunklen Räume. Die Bauarbeiten im Neubau dauern also noch ein wenig an. Sobald alles abgeschlossen ist, werde das Veterinäramt eine abschliessende Abnahme machen.

Stiftung statt Verein

Der Weg vom 1971 bezogenen alten Tierheim zwischen Bahndamm und Birs zum Neubau auf dem selben Grundstück war steinig: Wegen Platzmangels und strengeren neuen Bundesrechtes musste der Verein den alten Bau ersetzen. Jahrelang suchte er erfolglos nach einem bezahlbaren anderen Standort für die jährlich rund 2000 betreuten Tiere.

Am Ende blieb er in der Breite - das erste Tierheim von 1913 an der nahen Birsstrasse hatte einer Strasse weichen müssen. 2015 legten die Bagger los. Die Kostenschätzung liegt bei über 12 Millionen Franken; davon ist rund die Hälfte von Spenden gedeckt. Der Rest sind Kredite, dank Garantien beider Kantone zu besseren Konditionen.

Die Kreditsicherungsgarantien wurden begründet mit gemeinnützigen Leistungen, die sonst die Kantone selbst wahrnehmen und finanzieren müssten. Die Parlamente sprachen sie nicht für den Verein Tierschutz beider Basel aus, der das Tierheim bisher betrieb, sondern für die 2018 gegründete Stiftung Tierheim an der Birs.

350 Tier-Plätze

Das neue Tierheim hat auf insgesamt drei Etagen Platz für bis zu 350 Tiere diverser Gattungen. Dazu gehört auch eine Tierarztpraxis und eine Quarantänestation. Aufwändig und teuer war der Bau nicht nur wegen der rechtlichen und betrieblichen Anforderungen, sondern auch wegen des Lärmschutzes und der Situation im Grundwasser.