Stillgelegte Papierfabrik

Neues Wohnquartier in Zwingen soll Zuzüger ins Laufental locken

Auf dem Areal der Papierfabrik in Zwingen geht es vorwärts: Wo früher Papier entstand, wird bald gewohnt.

Momentan sieht es auf dem Areal der stillgelegten Papierfabrik in Zwingen noch aus wie in einem Kriegsgebiet. In den letzten Monaten haben Bagger viele der Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Etliche der seit der Einstellung des Betriebs im Jahr 2004 leerstehenden Räumlichkeiten sind mittlerweile nicht mehr da.

Bald schon wird das grosszügige Gebiet neben dem Zwingner Wasserschloss nicht wiederzuerkennen sein. «Wenn alles nach Plan läuft, können wir Mitte nächsten Jahres mit den Bauarbeiten beginnen», sagt Jost Krummenacher. Der Geschäftsführer der Barko Immobau AG aus Sursee investiert mit seiner Firma im Laufental rund 50 Millionen Franken. Sind die Bagger verschwunden, fahren hier die Baukräne auf. Der Generalunternehmer aus der Innerschweiz plant auf dem Gelände der Papieri 83 Wohnungen sowie Flächen für Gewerbe.

Hochkamin bleibt erhalten

Krummenacher verhehlt nicht, dass er mit seiner Firma ein gewisses Risiko trägt. «Es gibt jedoch schon etliche Interessenten und ich bin überzeugt, dass unsere Wohnungen attraktiv sind.» Bei den meisten davon handle es sich um Eigentumswohnungen. Die Barko Immobau AG hofft, bis Ende Jahr das Bauprojekt einreichen zu können. Der Einreichetermin war eigentlich auf Mai angesetzt gewesen, verschob sich aber aufgrund von Abklärungen bei der Erschliessungsstrasse nach hinten. An einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Dorf seien dem Projekt kürzlich viele Sympathien entgegengebracht worden. Er rechne deshalb nicht mit einer Flut von Einsprachen, die den Baubeginn verzögern.

Bis auf wenige Gebäude wird in den nächsten Monaten die gesamte Papierfabrik zurückgebaut. Erinnern an den 1913 gegründeten Betrieb mit einst mehreren hundert Mitarbeitern werden nur noch eine denkmalgeschützte Lagerhalle und ein Hochkamin. Die beiden Bauten befinden sich auf dem grösseren östlichen Teil des Areals, das erst zu einem späteren Zeitpunkt bebaut werden soll. «Für dieses 26 000 Quadratmeter grosse Gebiet hat das Basler Architekturbüro Flubacher Nyfeler Partner Architekten AG eine Testplanung in Angriff genommen», sagt Jost Krummenacher. Bei dieser zweiten Etappe werde man eng mit dem Kanton und der Gemeinde zusammenarbeiten.

Beim Zwingner Gemeindepräsidenten Ermando Imondi (SVP) ist die Vorfreude auf das neue Wohnquartier riesig. «Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einem Zuwachs an Einwohnerinnen und Einwohnern.» Zusätzlich zu dem auf dem Areal der Papierfabrik gibt es in Zwingen auch im Gebiet Hinterfeld ein grösseres Neubauprojekt. Für das neue Quartier neben dem markanten Schloss wünscht sich Imondi die Ansiedlung einer Arztpraxis, einer Versicherung und eines Cafés.

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