Die Regio Molkerei hat Fuss gefasst. Nach harzigem Beginn 2010 hat sich der Betrieb erst vor zwei Jahren finanziell erholt. Nun schreibt die Molkerei schwarze Zahlen und schlägt sich wacker im hart umkämpften Wettbewerb der Milchbranche. «Aber wir müssen die Kosten voll im Griff haben, vor allem die Personalkosten, und effizient arbeiten», warnt Betriebsleiter Martin Ineichen. Wichtig ist zudem eine flexible und exakte Produktionsplanung. «Und wir müssen so gute Produkte herstellen, dass die Leute sie auch wollen», fügt der 38-Jährige an.

Der diplomierte Milchtechnologe führt den Betrieb in Frenkendorf seit dessen Übernahme durch Emmi vor acht Jahren. Das Gebäude im Gewerbegebiet Flachsacker wurde ein paar Jahre zuvor errichtet. Vorerst hatte das Unternehmen als Regio Milch beider Basel AG firmiert, bis diese 2010 Konkurs ging.

Saure Pastmilch

Die neue Besitzerin hatte sich die Fortführung der Molkerei jedoch einfacher vorgestellt. «Wir dachten, es sei alles neu. Doch obwohl wir die Anlagen revidieren und die Infrastruktur instand stellen liessen, sahen wir uns mit grossen Problemen konfrontiert», erinnert sich Ineichen. Kaum war die Produktion in der Regio Molkerei wieder angelaufen, hatte man die gleichen Schwierigkeiten wie die Vorgänger. Die Pastmilch war sauer, bevor das Verfalldatum von zehn Tagen abgelaufen war. Hauptproblem war die fehlende Entkeimung der Milch.

Als Folge davon musste Emmi viel nachinvestieren, um alles in Ordnung zu bringen. Eingebaut wurden zwei sogenannte Baktofugen. Diese entfernen aus der Milch Bakterien und Sporen, welche die Pasteurisation überleben. So konnte die Haltbarkeitsfrist auf 17 Tage ausgedehnt werden. «Damit können wir gut arbeiten», konstatiert Betriebsleiter Ineichen, der Mann für alle Fälle, der manchmal auch Mechaniker, Elektriker oder gar Staplerfahrer ist.

Finanziell geht es der Regio Molkerei beider Basel AG seit zwei Jahren gut. 2016 schrieb sie erstmals Gewinn. Einen Aufschwung erlebte sie nach der Installation der Käserei vor fünf Jahren. Das Geschäft mit Joghurt, Käse und Rahm wächst, was vom ganzen Kuchen jedoch bloss ein Drittel ausmacht. Milch macht zwei Drittel aus, «und hier verlieren wir». Schweizweit geht der Konsum von Trinkmilch zurück. «Gegenüber 2010 hat sich unsere Menge schier halbiert», bedauert Martin Ineichen.

Damals lief die Abfüllanlage noch täglich. Nun ist sie drei Tage, während der Sommerferien gar nur noch zwei Tage pro Woche in Betrieb. Maschinen, die stillstehen, kosten Geld. «Die Auslastung könnte besser sein», betont Ineichen. Der rückläufige Konsum von Trinkmilch ist laut dem Betriebsleiter der Regio Molkerei auf das veränderte Konsumverhalten zurückzuführen. Man trinke lieber am Morgen am Bahnhof ein Red Bull oder einen Kaffee im Becher als zu Hause ein Glas Milch mit einem Butterbrot dazu.

Das Angebot des Milchverarbeiters aus Frenkendorf umfasst Pastmilch, Pastrahm, Joghurts, Halbhart-, Raclette- und Fonduekäse. Darin steckt zu 100 Prozent Regio. Die Bauern, welche die Milch liefern, stammen ausschliesslich aus dem Baselbiet, wenige Lieferanten von Biomilch aus der restlichen Nordwestschweiz. Paradepferd ist das Joghurt. «Wir verkaufen jedes Jahr mehr Joghurts, ohne gross zu werben», sagt Martin Ineichen. Sie verfügen über einen hohen Fruchtanteil. Dies ist den Konsumenten offenbar auch einen Aufpreis wert.

Harte Konkurrenz

Coop, Migros und Miba sind die drei Kunden der Regio Molkerei. Letztere verteilt die Produkte an Spitäler, Heime, Restaurants und weitere Detailhändler. Coop und Migros verkaufen sie in ihren Nordwestschweizer Filialen. «Unsere Produkte sind exklusiv für die Region», so Ineichen nicht ohne Stolz. Die Konkurrenz stammt aber aus der ganzen Schweiz. Und auch ausländische Milchverarbeiter bieten ihre Produkte gerne auf dem hochpreisigen Schweizer Markt an.

Die Regio Molkerei beider Basel ist stark an den Mutterkonzern Emmi gebunden. «Das ist gut so und praktisch für uns», bringt es Martin Ineichen auf den Punkt. Denn dort kann sie von zentralen Abteilungen wie Marketing, Buchhaltung, Informatik, Verkauf und Zentraleinkauf profitieren. Wenn die Regio Molkerei beispielsweise neue Flaschen brauche, reiche ein Anruf bei Emmi. Er erhalte Angaben von zwei Lieferanten samt Konditionen. «Dann muss ich nur noch bestellen und nicht mehr über den Preis ‹käsen›.»