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Nicht nur die FDP dachte über den Tür-zu-Tür-Wahlkampf nach: Was die Baselbieter Parteien planen

Nächste Woche starten die FDP-Sektionen Allschwil und Sissach mit ihrem Tür-zu-Tür-Wahlkampf mit Big Data-Unterstützung.

Nächste Woche starten die FDP-Sektionen Allschwil und Sissach mit ihrem Tür-zu-Tür-Wahlkampf mit Big Data-Unterstützung.

Wie sehr verändert die Digitalisierung den Wahlkampf? Im Baselbiet scheint es nur bei einer Partei grosse Veränderungen zu geben.

Nächste Woche starten die FDP-Sektionen Allschwil und Sissach mit ihrem Tür-zu-Tür-Wahlkampf mit Big Data-Unterstützung. Die Regierungskandidierenden tingeln von einem Neujahrsempfang zum nächsten und durch den ganzen Kanton.

Zeit, sich anzuschauen, was die grössten Parteien im kommenden Wahlkampf planen und ob die FDP die einzige Partei ist, die auf Innovationen setzt.

SVP: Fondueplausch

Noch unentschieden, ob neue Wahlkampf-Komponenten dazukommen sollen, ist die Baselbieter SVP weniger als drei Monate vor Wahltermin. Aktionen wie die FDP-Haustürkampagne schliesse man aber, auch aufgrund der Privatsphäre der Wählenden, aus, heisst es aus dem Parteisekretariat. Die SVP setzt ihren Schwerpunkt auf bewährte Aktionen wie Fondueplausch und klassischen Strassenwahlkampf, um ihre Wahlkampfziele zu erreichen.

GP: Klassischer Wahlkampf

Ähnlich klingt es bei den Grünen. Die Partei habe nicht die nötigen Kapazitäten für den Wahlkampf mit Telefon- oder Haustürkampagnen im grossen Stil.«Ich selbst werde den Tür-zu-Tür-Wahlkampf aber ausprobieren. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass der direkte Kontakt mit Wählerinnen und Wählern effektiver ist, als Onlinekampagnen», erklärt Parteipräsident Bálint Csontos. Ansonsten fokussiere sich die Partei darauf, ihre potenziellen Wählerinnen und Wähler auf der Strasse anzusprechen.

SP: Bisher Unpolitische helfen

Beinahe schon traditionell ist auch die gross angelegte Telefonkampagne, mit der die SP ihre Wählerinnen und Wähler mobilisieren möchte. «In erster Linie sprechen die Mitglieder mit ihrem persönlichen Netzwerk, also mit ihren Bekannten. Wir arbeiten mit einem von der SP Schweiz programmierten Tool, das beim Datenschutz-Beaufragten angemeldet ist», beeilt sich Parteipräsident Adil Koller im Hinblick auf die Kampagne der FDP zu betonen. Neu sei bei der SP die Anzahl der Menschen, die mitmachen.

Zusätzlich zu den Parteimitgliedern hätten sich rund 150, bisher meist noch nie politisch aktive, Personen gemeldet, die die Partei unterstützen. 10’000 Menschen sollen so erreicht werden.

CVP: Parteibasis bestimmt

Bei der CVP gibt es einige Neuerungen struktureller Natur. Der Wahlkampf werde neu Bottom-up, also mehr basisorientiert, organisiert. Die Wahlkampfleitung habe diskutiert, ob man ebenfalls auf Wahlkampf an den Haustüren setzen wolle. «Das kam aber nicht bei allen Sektionen gut an, weswegen wir es lassen», führt Brigitte Müller-Kaderli, Präsidentin der Baselbieter CVP, aus.

Zudem wolle die Partei verstärkt auf die Sozialen Medien setzen. Im Vorfeld der Wahlen plant die CVP ausserdem eine Image-Kampagne, um die Partei in den Köpfen der Menschen präsenter werden zu lassen.

FDP: Soziale Medien

Die FDP liess schon zum Wahlkampfauftakt im Herbst verlauten, dass die Sozialen Medien einen wichtigere Rolle im Wahlkampf einnehmen solle. 1.5 Prozent will die Partei so zulegen können. Im grössten Teil des Kantons setzt die FDP nicht auf den Tür-zu-Tür-Wahlkampf, die beteiligten Sektionen haben sich freiwillig für den Pilotversuch gemeldet.

Die Freisinnigen werden also trotz digitaler Grossoffensive weiterhin an klassischen Strassenwahlkampf-Aktionen anzutreffen sein.

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