Selbst nach zwei Urnengängen für eine Ersatzwahl muss der Titterter Gemeinderat immer noch in Unterzahl agieren. Am 19. Mai steht der dritte Versuch an. Die Aussichten auf eine erfolgreiche Wahl sind momentan aber alles andere als rosig. Von einer offiziellen Kandidatur war bis gestern jedenfalls nichts bekannt.

«Noch niemand angebissen»

«Wir haben schon mehrere Leute bearbeitet, aber noch niemand hat so richtig angebissen», erzählt Heinrich Schweizer. Für den Gemeindepräsidenten ist klar, dass es wegen der derzeitigen Turbulenzen im Dorf «nicht so süss» ist, ein Amt in der Exekutive zu übernehmen. Damit meint er die konfliktbeladene Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat sowie Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission, die vollständig zurücktritt, und die Querelen um die Wasserversorgung.

Schweizer hofft, dass sich bald jemand meldet. Denn für die vier Gemeinderatsmitglieder ist die Situation seit der sofortigen Demission von Thomas Moor Anfang Dezember 2018 eine zusätzliche Belastung.

Auch in Maisprach gibt es gut zwei Wochen vor der Ersatzwahl noch keine offizielle Bewerbung für die Nachfolge von Gemeinderat Bernhard Graf. Dieser wird sich nach elfjähriger Tätigkeit per Ende Juni aus der Behörde zurückziehen.

Nachdem Marco Ruepp am 10. Februar neu in den Anwiler Gemeinderat gewählt worden ist, steht in der Oberbaselbieter Ortschaft erneut eine Ersatzwahl an. Dies, weil nach Gemeindepräsident Ernst Möckli auch Gemeinderat Dieter Lander auf Ende des kommenden Monats zurücktritt. Für den Wahlgang vom 19. Mai steht Roman Güdel bereit.

Die Anwiler Exekutive

Wer ab Anfang Juli die Geschicke der Anwiler Exekutive lenken soll, wird nach erfolgter Ersatzwahl für Lander entschieden. Vizepräsident Marcel Koenig hat bereits verlauten lassen, dass er sich nach acht Amtsjahren zur Gesamterneuerungswahl 2020 nicht mehr zur Verfügung stellt. Spätestens nächsten Frühling muss Anwil also ein weiteres neues Gemeinderatsmitglied bestimmen.

In Lampenberg muss noch ein Sitz im Gemeinderat besetzt werden. Beim ersten Urnengang Ende März lag bloss Regine Ruff über dem Absoluten Mehr. Ersetzt werden müssen Gemeindepräsident Peter Degen und Gemeinderat Samuel Friedli, die ihre Ämter Ende Juni niederlegen. Für den zweiten Wahlgang tritt erneut Adrian Handschin an, der vor gut einem Monat das absolute Mehr um bloss fünf Stimmen verfehlt hat. Karl Degen-Schütz hatte im ersten Wahlgang von den drei Bewerbern am schlechtesten abgeschnitten und verzichtete auf eine weitere Kandidatur.

Neues Präsidium für Bubendorf

Am 19. Mai wählt Bubendorf seinen neuen Gemeindepräsidenten und Nachfolger von Erwin Müller. Walter Bieri (SVP), der jetzige Vizepräsident, ist der einzige Kandidat der siebenköpfigen Behörde. Der parteilose Müller tritt Ende nächsten Monat ab. Er gehört seit 19 Jahren dem Bubendörfer Gemeinderat an, den er die vergangenen 15 Jahre präsidiert hat.