Birsfelden

Nie mehr schlappe Schläuche – Politikerin fordert öffentliche Velopumpstationen

Zürich hats schon: An 35 Orten in der Stadt gibt es Frischluft fürs Zweirad.

Zürich hats schon: An 35 Orten in der Stadt gibt es Frischluft fürs Zweirad.

Das Velo bequem an einer öffentlichen Station aufpumpen, davon träumt die EVP-Politikerin Sara Fritz. Ihre Wohngemeinde Birsfelden soll nun eine Pionierrolle in der Region Basel einnehmen, denn anderswo in der Schweiz gibts die Pumpstationen längst.

Irgendwann macht auch der prallste Veloreifen schlapp. Häufig genau dann, wenn man das Velo am dringendsten braucht. Dann muss der Schlauch mit der eigenen Handpumpe wieder aufgepäppelt werden – oder aber man sucht extra eine Zweiradwerkstatt auf.

Beidem will Sara Fritz ein Ende setzen. Die Birsfelder EVP-Landrätin fordert für ihre Wohngemeinde drei öffentliche Velopumpen. Diese sollen an Orten aufgestellt werden, die stark von Zweirädern frequentiert werden. An der Birsfelder Gemeindeversammlung vom Montagabend erklärte sich der Gemeinderat dazu bereit abzuklären, was die Installation von drei Pumpstationen kosten würde.

Angebot ist weit verbreitet

Öffentliche Velopumpen – eine ziemlich exotische Idee, denken sich wohl nicht wenige. Doch andere Schweizer Ortschaften kennen derartige Frischluft-Gratistankstellen längst; etwa Zürich, Luzern und St. Gallen. Alleine Zürich bietet 35 Stationen an. Auch Bern hat kürzlich nachgezogen: Im vergangenen Jahr wurden in der Bundesstadt elf Pumpen installiert.

In der selbst erklärten Velostadt Basel hingegen existiert das Angebot nicht, wie Fritz bemängelt: «Ich fahre regelmässig mit meinem Velo zum Bahnhof SBB. Früher gabs dort im Veloparking eine Gratispumpe, doch seit Kurzem kostet die Benutzung.» Zwar sei es möglich, auf andere Werkstätten auszuweichen, ausserhalb der Ladenöffnungszeiten jedoch bleibe nur der Griff zur eigenen Velopumpe. Diese Selbsthilfe sei ziemlich mühsam, sagt Fritz, und danach habe man schwarze Finger.

«Beste Imagewerbung»

Birsfelden würden mit den Pumpen handfeste Vorteile winken, ist Fritz überzeugt. Denn der Gemeinde sollte es ein Anliegen sein, dass möglichst viele Einwohner das Fahrrad benutzen: «Nicht nur, weil die Bewegung auf dem Velo für die Gesundheit vorteilhaft ist, sondern auch, weil Velofahrer keinen Stau verursachen, und so auch weniger motorisierter Verkehr unser Dorf befahren würde.» Sie stellt in Aussicht, dass die EVP an der Gemeindeversammlung im Dezember einen Budgetantrag für die Pumpen stellt.

Birsfeldens Finanzlage ist nicht rosig, das ist auch Fritz, die in der Gemeindekommission sitzt, nicht entgangen. «In letzter Zeit wurden etliche Angebote und Leistungen gekürzt oder gestrichen. Uns scheint es aber wichtig, dass man manchmal auch investiert. Gerade dann, wenn ein konkreter Nutzen winkt.»

Die Pumpen wären beste Imagewerbung für Birsfelden, zeigt sich Fritz überzeugt: «Wir müssen schauen, dass wir für Zuzüger attraktiv bleiben.»

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