Niederdorf

Niederdorf hat einen vielseitigen und umsichtigen Gemeindepräsidenten

Der Niederdörfer Gemeindepräsident Andreas Buser. eg

Der Niederdörfer Gemeindepräsident Andreas Buser. eg

Gemeindepräsident Andreas Buser bewirtschaftet einen eigenen Rebberg und schaut beruflich zum Rechten im kantonalen Weinbau. Im Waldenburgertal ist ihm die Zusammenarbeit der Gemeinden ein vorrangiges Anliegen.

Reben geben zu tun. Und die Arbeit hinterlässt Spuren. Die Kratzer an den Unterarmen hat sich Andreas Buser beim Schneiden der Reben eingehandelt. Seit 1997 bewirtschaftet er 22 Aren Reben auf der Sonnenseite des Oberdörfer Dielenbergs. In der nördlichen Nachbargemeinde Niederdorf, wo er aufgewachsen ist, amtet er seit 2008 als Gemeindepräsident. Ihn als Hobbywinzer zu bezeichnen wäre völlig verfehlt, denn beruflich wacht er als Rebbaukommissär, mit Arbeitsort Ebenrain, über den Weinanbau im Kanton. «Ich bin kein Schreibtischtäter, in Sachen Reben bin ich sattelfest», stellt er fest.

Theorie und Praxis gehen fliessend ineinander, seine Bacchus- und Riesling×Sylvaner-Trauben keltert er selbst. Im eigenen Keller stehen die notwendigen Gerätschaften hiezu bereit und der Geruch bezeugt, was dort unten im Herbst geschieht.

Ums Haar Automechaniker

Aus dem einstigen Musterschüler an der Niederdörfer Primarschule wäre ums Haar ein Automechaniker und -rennfahrer geworden. Die Bubenträume erschöpften sich dann aber darin, mit 14 Jahren ein schrottreifes Auto zum Fahren gebracht zu haben. Er erzählt es mit Stolz. «Ich habe auch immer am elektrischen Strom herumgebastelt.» Technisch sei er versiert, handwerklich begabt gewesen und manches hat er sich selbst beigebracht.

Das Schrottauto kam unter Zuhilfenahme von Büchern aus der Bibliothek wieder in Fahrt. Die Wahl fiel dann doch aufs Gymnasium, der Automechaniker blieb auf der Strecke. «In den Sprachen bin ich kein Hirsch, mein Englisch ist genügend, dass ich schlecht französisch spreche, betrachte ich als Handicap», so seine Selbstkritik. Der Matura folgte ein Studium der Agronomie an der ETH. «Das Studium habe ich mir als Lastwagenfahrer im Betrieb meines Vaters, einer Fruchthandelsfirma, verdient.» Wie sein Vater spielte Buser auch Eishockey. «Ich war eine Kampfsau im Sturm und sass oft auf der Strafbank».

Während der Zürcher Jahre des Studiums spielte er während einer Saison an der Seite von Peter Spuhler bei GC. Auch musikalisch ist Buser hörbar, seit Ende der 70er-Jahre zupft er in verschiedenen Bands den elektrischen Bass und bläst den Bariton. «Noten lesen kann ich nicht, ich spiele nach Gehör», umschreibt er sein musikalisches Engagement.

Ein Jahr verloren

Einen schwarzen Tag erlebte Buser am 8. April 1981: Für die obstbauliche ETH-Diplomarbeit hatte er Zehntausende von Kirschenblüten vorbereitet, jene frostige Aprilnacht vernichtete alle. Ein Jahr ging so verloren und musste weggesteckt werden. An seiner Dissertation arbeitete er sechs lange Jahre, erforschte die Pfeffinger Krankheit der Süsskirsche. Die auslösenden Viren werden von Nematoden übertragen und zerstören die Bäume.

Den Forschungsarbeiten geht er noch immer nach, die Resultate sollen im Feld verifiziert werden. Seinen Schlussvortrag zur Doktorarbeit über die Pfeffinger Krankheit hielt er im Januar 1990 an der kantonalen Obstbautagung im voll besetzten Saal des Hotels Engel in Liestal. Der damalige Regierungsrat Werner Spitteler war so begeistert vom jungen Wissenschafter, dass er ihm eine Stelle am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain anbot, seinem heutigen Arbeitsort. Sonst wäre aus Buser ein Product Manager in der Privatwirtschaft geworden.

Zusammenarbeit im Tal

Als Niederdörfer Gemeindepräsident will Buser wachsam bleiben und sich fürs Waldenburgertal immer wieder darauf besinnen, was gemeinsam besser erledigt werden könnte. Die Zusammenarbeit im Tal sei auf gutem Weg, wichtig seien mehr wirksame Synergien. Dabei stehen nicht primär Kostenoptimierungen im Vordergrund, sondern die fachlich und rechtlich korrekte, effiziente Erfüllung der kommunalen Aufgaben sowie die Eliminierung von Doppelspurigkeiten und Leerläufen.

Ein Fernziel könnte sein, die Verwaltungen, Hauswartungen und Werkhöfe näher zusammen zu bringen und so Synergiegewinne zu erzielen. «Ich fasse mein Amt als Auftrag zum Ausgleich auf», so das Credo des Gemeindepräsidenten und Teamplayers Andreas Buser.

Meistgesehen

Artboard 1