Hochschule für Gestaltung und Kunst

«Niemand findet das cool»: Studierende der FHNW wehren sich gegen Videoüberwachung

Bitte lächeln! 57 Kameras zeichnen neuerdings auf, was rund um die HGK auf dem Dreispitz-Areal so läuft, wenn die Studierenden nicht da sind.

Bitte lächeln! 57 Kameras zeichnen neuerdings auf, was rund um die HGK auf dem Dreispitz-Areal so läuft, wenn die Studierenden nicht da sind.

Die Hochschule für Gestaltung und Kunst hat genug von Dieben und Vandalen. Seit Mitte September lässt die Leitung Teile des Schulareals videoüberwachen. Obwohl die 57 Geräte nur abends, nachts und an Wochenenden eingeschaltet sind, gibts auch Kritik.

Rund um den Freilagerplatz im Dreispitz-Areal in Münchenstein wird man neuerdings gefilmt. Die Leitung der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK FHNW) liess Überwachungskameras anbringen, insgesamt 57 Stück.

Mit den Geräten werden seit Mitte September die Eingangsbereiche der vier Gebäude der Hochschule im Dreispitz überwacht, aber auch Korridore, Treppen und Schleusen. Die FHNW bestätigt auf Anfrage einen Bericht von «Bajour».

Laut der Onlinezeitung hat sich unter der Studierendenschaft bereits Widerstand gebildet. «Bajour» zitiert eine Studentin, die sagt, sie empfinde die Überwachung als «unangenehm». Ein Kommilitone sagt: «Die Grundstimmung ist schlecht, niemand findet das cool.»

Rhea Kyvelos, Leiterin Kommunikation und Marketing bei der HGK FHNW, schreibt, man habe «aufgrund von Schadens- und Versicherungsfällen durch Diebstähle und Sachbeschädigungen der letzten Jahre entschieden, die öffentlichen Gebäude mit Kameras auszustatten.»

Schulleitung suchte das Gespräch mit Skeptikern

Am 19. August seien die Studierenden von der Direktorin über die Massnahme informiert worden, ebenso über die Beweggründe und die Positionierung der Kamers. «Nachdem ein Teil der Studierenden ihr Unbehagen geäussert hatten», fährt Kyvelos fort, «wurde am 18. September mit einer Gruppe Studierender ein konstruktives Gespräch zum Thema Datenschutz und zum Umgang mit Videokameras an der HGK geführt.»

Die Studierenden seien danach ein zweites Mal über die Massnahme informiert worden. Ebenso habe man sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Kameras lediglich von 17.30 bis 7.30 Uhr sowie an Wochenenden in Betrieb seien.

FHNW: An anderen Standorten gibts keine Kritik 

Der Baselbieter Datenschutzbeauftragte Markus Brönnimann wird von «Bajour» zitiert, wie bei jeder Videoüberwachung müsse sich die FHNW die Frage stellen, ob sie mit der Massnahme tatsächlich das erreiche, was sie wolle: Diebstähle und Vandalismus verhindern. Das kantonale Polizeigesetz, Paragraph 45d, schreibe vor, dass die Videoüberwachung verhältnismässig sein müsse.

HGK-Sprecherin Kyvelos weist darauf hin, aus Sicherheitsgründen gebe es auch an anderen Standorten der FHNW Videoüberwachung. Die Aufnahmen würden nach sieben Tagen gelöscht.

Und: «An den anderen Standorten gab es bisher weder von den Mitarbeitenden noch von den Studierenden Einwände dazu.»

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