Wie haben Sie von unserem Projekt erfahren?

Ich habe eine Mail von Frau Burkhart bekommen mit einer Einladung zum Projekt und dann habe ich natürlich zugestimmt. Wenn junge Menschen denken, sie wollen bis Locarno laufen, dann unterstütze ich das, wenn ich ihnen eine Freude machen kann.

Warum unterstützen Sie das Projekt «Über den Berg»?

Ich glaube, der Hauptgrund ist, dass man beim Wandern in einem angenehmen Tempo unterwegs ist, sich Gedanken machen, lange mit anderen Menschen reden und vorwärtskommen kann – und das in einer Zeit, in der alles so schnell geht, sich die Welt so schnell dreht, alles immer mit einem Handy abrufbar ist. Darum finde ich es wichtig, jungen Menschen meine Erfahrungen weiterzugeben. Deshalb mache ich das gerne.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie von unserem Projekt gehört haben?

Sofort: Ja, da mache ich mit!

Was denken Sie: Welches ist der Gegenstand, den die meisten Schülerinnen und Schüler vergessen haben einzupacken?

Wahrscheinlich die Kopfbedeckung, also eine Mütze. Oder sonst wahrscheinlich schlechte Socken oder schlechte Schuhe. Das ist zwar nicht ‚Fehlen‘, das ist dann einfach falsch ausgerüstet. Auf der Wanderung werden alle schon merken, wie wichtig es ist, gute Schuhe und Socken zu haben.

Wenn Sie ein neues Schulfach erfinden könnten, wie würde es heissen und was würde man dort machen?

Das würde wahrscheinlich Selbstverantwortung heissen oder sogar Überleben. Ich merke selbst, dass man voll von der Elektronik abhängig wird und jede Kleinigkeit googelt, ohne selber vorher nachzudenken, oder man holt schnell den Taschenrechner raus. Dort müsste ich dann aber auch noch in den Unterricht gehen.

Würden Sie es aushalten, nur 30 Minuten pro Tag am Handy zu sein?

Ich würde es wahrscheinlich aushalten, aber ich müsste mich ganz fest zusammenreissen. Ich kann es schon auch, wenn ich z.B. am Wandern bin und dann in einer Hütte ohne Netz, dann muss man das auch mal 24 Stunden aushalten.

Würden Sie sich als Jugendlicher freuen, bei so einem Projekt mitzuwandern oder hätten Sie keine Lust?

Ich glaube schon. So ein Abenteuer, mit meinen Freunden Zeit zu verbringen die ganze Zeit unterwegs zu sein, mit jedem Schritt etwas Neues zu erleben, es ist nie langweilig. Niemand sagt beim Laufen: „Sie, mir ist langweilig.“ Ich denke, ich hätte mich gefreut. Das Schöne ist dann auch, wenn man am Ziel ist, zurückzuschauen und zu sehen: „Boah, das haben wir alles geschafft!

Hat es Sie schon mal genervt. unterwegs zu sein?

Nein, nein, das ist wohl das Schönste überhaupt: Ich habe nie das Gefühl, am Arbeiten zu sein. Und das ist ja eigentlich ein Lebensziel: zu merken, dass man das, was man macht, am liebsten macht.

Gibt es noch etwas, was Sie den Schülerinnen und Schüler mit auf den Weg geben wollen?

Geniesst jeden Schritt und habt nicht die ganze Zeit das Gefühl, man müsste schon am Ziel sein. Also nicht daran denken: Wann sind wir endlich da? Man kommt sowieso ans Ziel, egal was passiert. Wenn man schnell geht, schwitzt man mehr, dann ist man zwar eher da, aber wenn man langsamer geht, kann man es länger geniessen. Und ihr müsst nichts anderes machen als laufen oder die zwei im Rollstuhl stossen und dafür ist man ausgerüstet, das ist das Schönste auf der Welt. UND ihr habt super Wetter.