Trotz den immer stärker steigenden Wassertemperaturen bleibt in der Region das grosse Fischsterben bisher aus. Zwar werden sowohl im Kanton Basel-Stadt als auch in Baselland tote Fische gefunden – dabei handelt es sich aber jeweils um Einzelfälle. Vielen Fischen ist es gelungen, kühlere Stellen im Rhein zu finden oder in der Birs flussaufwärts zu wandern. Dort finden sie bessere Lebensbedingungen vor. Aus dem Schneider sind sie deswegen aber noch nicht. Die anhaltend hohen Temperaturen und das Austrocknen der Gewässer verschlimmern die Situation täglich.

Wie Matthias Nabholz, Leiter des Amts für Umwelt und Energie (AUE) des Kantons Basel-Stadt, gegenüber «Telebasel» sagte, könnten heute die ersten Fische im Rhein sterben. Es zeigt sich, dass die Bevölkerung den Fischen bisher wenig behilflich ist: Vergangene Woche haben die Fischereibehörden beider Kantone zu einem Badeverzicht an Wiese und Birs aufgerufen.

Weil die gewünschte Wirkung des Appells ausblieb, wurde am Dienstag auf dem Wiese-Abschnitt von der Freiburgerstrasse bis zum Wehr Schliesse ein absolutes Bade- und Betretverbot erlassen. Eine baldige Entspannung der Situation verspricht der Blick auf die Wetterprognosen nicht. Um grössere Gewässer wie den Rhein wirklich abzukühlen, müsste es über Wochen kälter werden.

Hitzetod bei Rhein-Fischen: Das sagt die Fischereiverwaltung

Rheinfische sterben bei Schaffhausen den Hitzetod

Im Rhein bei Schaffhausen schwimmen derzeit viele Fische mit dem Bauch nach oben – die 27,6 Grad Wassertemperatur sind ihnen zu viel. Andreas Vögeli, Jagd- und Fischereiverwalter des Kantons Schaffhausen, erklärt im Interview mit Keystone-SDA, was gegen das Fischsterben unternommen wird, was dessen Langzeitfolgen oder Schäden sein könnten und ob die Petition zum Gewässerschutz für 2030 zu spät kommt.

Aus Fischsterben 2003 gelernt

Dass zur Zeit in der Region nicht so viele Fische verenden wie anderswo, ist aber auch dem Umstand zu verdanken, dass aus dem grossen Fischsterben im Rekordsommer 2003 gelernt wurde. So werden beispielsweise die genetisch angepassten lokalen Fischarten gefördert und Schongebiete für die Fische geschaffen. Die Entwicklung gefährdeter Arten wie dem Lachs oder der Äsche werden laufend überwacht. Mindestens 50'000 Äschen verendeten laut einer Studie des Bundesamts für Umwelt 2003 im Rhein.