Hitzewelle

Notfallstationen sind auf die kommenden schwül-heissen Tage vorbereitet

Genau das Richtige macht angesichts der Hitzewelle dieser Junge in der St.-Alban-Vorstadt.§

Genau das Richtige macht angesichts der Hitzewelle dieser Junge in der St.-Alban-Vorstadt.§

Das heisse Wetter bleibt der Region Basel noch einige Tage erhalten. Laut Meteo Suisse kommt aber nicht mehr trocken-warme Luft, sondern vermehrt subtropisch-feuchte. Die Notfall-Stationen rechnen mit mehr Arbeit, und die Landwirte hoffen auf Regen.

Der Frühling nass und kalt – der Juli heiss: Das gab es nicht nur in diesem Jahr, sondern bereits vor exakt dreissig Jahren: 1983 wurden in der Region nach einem verregneten Frühling Rekord-Temperaturen gemessen, und so ging der Juli 1983 in die Annalen ein.

Wer nun denkt, dass sich das wiederholt, der freut sich zu früh. Laut Stephan Bader von Meteo Suisse handelt es sich bei der Kalt-Warm-Abfolge um reinen Zufall: «Die Atmosphäre ist ein hoch variables System: Aus derselben Ausgangslage können sich zig Entwicklungen ergeben.» Ausserdem mache «ein Juli allein noch keinen Sommer». So sei der Juni nicht wirklich schön gewesen. Und der August, der müsse erst noch kommen.

Jetzt wirds auch noch schwül

Bis jetzt gab es lediglich eine tropische Nacht (Minimaltemperatur von 20 Grad), das war im Juni. Vorerst soll das heisse Wetter laut dem Klimatologen noch halten; allerdings komme jetzt nicht mehr trocken-warme Luft vom Atlantik zu uns, sondern vermehrt subtropisch-feuchte aus Südwesten. Und die mache bei über 30 Grad den Menschen wesentlich mehr zu schaffen: «Trockene, heisse Luft wie in der Wüste kann der Mensch viel besser aushalten als feuchte wie in den Tropen.»

Unter dem feucht-heissen Wetter leiden vor allem ältere Menschen, Kinder und Schwangere. Die Notfall-Station des Universitätsspitals Basel (USB) verzeichnet derzeit durchschnittlich ein bis zwei Fälle pro Tag, die mit der Hitze in Zusammenhang stehen. «Das sind Menschen mit Kreislaufproblemen, Hitzestau, Sonnenstich oder Hitzeschlag, verursacht durch Flüssigkeitsverlust oder Wärmestau», sagt USB-Sprecherin Sabina Heuss. Betrieblich stelle die bevorstehende Hitze kein Problem dar, wie Heuss beteuert: «Der Notfall ist jederzeit auf alle Eventualitäten vorbereitet.»

Auch das benachbarte Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) verzeichnet keine Steigerung bei den Notfällen. Laut Sprecherin Martina Beranek spüre das Spital andere Ereignisse stärker, etwa Grippewellen im Winter. Trotzdem empfiehlt sie Eltern, in den kommenden Tagen besonders auf ihren Nachwuchs achtzugeben: «Kinder sind stark vor Austrocknung gefährdet. Man sollte sie vor der Sonne schützen und stets darauf achten, dass sie genügend trinken.»

«Alles ein bisschen gemütlicher»

Auf die Hitzewelle reagiert hat das Alterszentrum Wesley-Haus an der Hammerstrasse im Kleinbasel. «Wir haben überall im Gebäude Aushänge mit Tipps und Verhaltensregeln angebracht», sagt Pflegedienstleiterin Susanne Wagner. Die Angestellten würden darauf achten, dass die Bewohner nur mit Kopfbedeckung und atmungsaktiver Kleidung ins Freie gehen würden.

Auf sein Befinden achten müsse auch das Pflegepersonal, wie Wagner anmerkt, denn dieses verrichte körperliche Arbeit. Ausserdem ist das Wesley-Haus, wie die meisten Alterszentren der Region, nicht klimatisiert.

Einen Vorteil kann Wagner angesichts der Hitze trotzdem ausmachen: «Es geht ein bisschen gemütlicher zu und her als sonst.»

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