Hat der Skandal rund um die Raiffeisen Schweiz negative Auswirkungen auf die regionale Raiffeisen Liestal-Oberbaselbiet? Verwaltungsratspräsident Fredi Zwahlen setzte viel daran, gleich zu Beginn der diesjährigen Generalversammlung diesen Verdacht zu zerstreuen. Im Gegenteil, die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hätten sehr gut zwischen den unerfreulichen Ereignissen auf nationaler Stufe und den Leistungen der eigenen Regionalbank unterscheiden können. Nicht nur weist die Bilanz des vergangenen Jahres für die Oberbaselbieter „Raiffi“ Steigerungen in allen wesentlichen Bereichen auf, auch hätte die Vergrösserung der Mitgliederbasis um rund 200 Personen auf 12‘612 bewiesen, dass das Vertrauen der Kundschaft ungebrochen sei. Selbst der Personalbestand sei nach der Fusion 2015 kontinuierlich gewachsen. „Wir werden alles daran setzen, die wichtigste Bank im Oberbaselbiet zu bleiben“, versprach VR-Präsident Zwahlen in seinem Jahresbericht.

Dieses Vertrauen sei die Grundlage für das erneut überdurchschnittlich gute Jahresergebnis, waren sich Zwahlen und Geschäftsleiter Matthias Renevey einig. Obschon die Herausforderung bestehen bleibe, die gemäss Finma-Vorgaben „relativ dünne“ Kapitalbasis zu erweitern, entwickle sich der Geschäftsgang hervorragend. Davon zeugen etwa die Steigerung des Betriebsertrags von 15.2 auf 16.2 Millionen Franken sowie jene des Bruttogewinns von 5.3 auf 6.4 Millionen. Beides wertete Renevey als „glänzendes Ergebnis“ mit einem „sehr starken Privatgeschäft“.

Verwaltungsrat einstimmig bestätigt

Kein Wunder, dass es bei solch eindrücklicher Leistungserbringung keine einzige Gegenstimme gab, als es darum ging, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung zu entlasten. Hingegen erfolgte bei der Abstimmung über die zweijährige Vertragsverlängerung mit der Revisionsgesellschaft PWC ein Gegenantrag einer Genossenschafterin, die Neuausschreibung dieses Mandats um ein Jahr vorzuziehen. Aufgrund des „Versagens der Revisionsgesellschaft auf nationaler Ebene“ dränge sich hier ein Wechsel auf.

Dies sei statutenwidrig, entgegnete VR-Präsident Zwahlen, da bei der Neuausschreibung für die ganze Raiffeisen-Gruppe eine einheitliche Lösung gelte. Ein Baselbieter Alleingang in dieser Frage könnte zum Ausschluss aus der Gruppe führen. Entsprechend waren nur 4 Stimmen für den Antrag der Genossenschafterin, und der Vertrag mit PWC wurde grossmehrheitlich um zwei Jahre verlängert.

Einen kleinen Seitenhieb aufgrund der problemlosen Décharge-Erteilung an die Adresse der grossen UBS konnte sich Zwahlen ebenso wenig verkneifen wie den Hinweis, dass die ganze perfekte GV-Organisation in Lausen aus eigener Kraft gestemmt wurde. „Nicht so wie andere, die dafür ganze Mitarbeiter-Stäbe aufbieten.“

Bis in den späten Abend gefeiert

In der Tat ging es sympathisch heimelig zu in der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen, obschon sich über 850 Genossenschafts-Mitglieder ins Innere drängten und diese bis fast auf den letzten Platz füllten. Sei es bei der Verlosung von Geschenkkörben durch Geschäftsleiter Renevey persönlich, sei es bei der musikalischen Begleitung durch die Regionale Jugendband Liestal oder dem Showact mit dem Sissacher Zauberer Mauro Lessa.

Für den obligaten Apéro Riche hatten die Mitglieder des Skiclubs Reigoldswil extra ein Festzelt vor der Halle hergerichtet und weitere lokale Vereine stellten das Servicepersonal. Die Stimmung im Festzelt war bei grosszügiger Bewirtung entsprechend bis weit in den Abend äusserst aufgeräumt.