Überbauung

Oberdörfer genehmigen «Fraisa-Areal» – Jetzt fehlt nur noch ein Investor

In Oberdorf sollen 66 neue Wohnungen entstehen, sobald ein passender Geldgeber gefunden worden ist.

In Oberdorf sollen 66 neue Wohnungen entstehen, sobald ein passender Geldgeber gefunden worden ist.

Der Weg ist frei: Die Oberdörfer Gemeindeversammlung genehmigte den Quartierplan Fraisa-Areal. Die Industriebrache in Oberdorf soll nun einer modernen Überbauung weichen.

Es dürfte ein Entscheid sein, der das Gesicht von Oberdorf markant verändern wird. Auch wenn einige skeptische Stimmen zu hören waren, genehmigte die Gemeindeversammlung mit 76 zu 14 Stimmen den Quartierplan Fraisa-Areal. Sieben Oberdörfer enthielten sich der Stimme. Damit ist der Weg frei, eine Industriebrache in eine moderne Wohnüberbauung zu überführen. Der Quartierplan regelt unter anderem die Maximalgrösse der Gebäude.

Geplant sind drei Gebäude mit einer Länge von bis zu 44 Metern, einer Tiefe von 12,6 Metern sowie einer Höhe von 12 Metern. Das vierte und oberste Stockwerk soll eingerückt werden, womit die Gebäude weniger hoch erscheinen. Die Flachdächer können extensiv begrünt werden.

Insgesamt sollen 66 Wohnungen geschaffen werden, je 22 pro Gebäude. Angedacht sind Eigentumswohnungen in einem der drei Gebäude, Mietwohnungen in den übrigen. Im Untergeschoss ist ein Parkhaus vorgesehen.

Das Projekt war ursprünglich noch grösser angelegt. So wurde beispielsweise die Bruttogeschossfläche von 8000 auf 7200 Quadratmeter gesenkt, die Zahl der Wohneinheiten von 72 auf 66. Die Reduktion ist eine Reaktion auf Bedenken aus der Bevölkerung. Der Besitzerin Fraisa mit Sitz im solothurnischen Bellach geht es gemäss CEO Josef Maushart darum, «den Standort Oberdorf sauber zu verlassen».

Das bedeute einerseits, aus dem brachliegenden Gelände etwas zu formen, das für Oberdorf Sinn macht. Es müsse jedoch auch für den Investor Sinn machen. «Das Projekt kann nur realisiert werden, wenn ein Investor damit eine Rendite erzielen kann», betonte Maushart, «wir sprechen von einem Investitionsvolumen von 28 bis 30 Millionen Franken.»

Andererseits bezieht sich die von Josef Maushart angesprochene Sauberkeit auf den kontaminierten Boden der Industriebrache. Diesen will die Fraisa sanieren. Dazu soll der Erlös aus dem Landverkauf dienen. Die Fraisa geht davon aus, dass Rückbau und Sanierung zwischen 2,1 und 3,3 Millionen Franken kosten werden.

108'000 Franken für Oberdorf

Die Firma will Oberdorf an den Vorteilen, die sich aus dem Quartierplan ergeben, mit einer Infrastrukturabgabe partizipieren lassen. Pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen 15 Franken, also maximal 108'000 Franken insgesamt, an Oberdorf gehen. Sollten Rückbau und Sanierung unter 2 Millionen Franken zu stehen kommen, könnte es noch mehr werden. Landrat Hannes Schweizer machte beliebt, dass die zugesagte Infrastrukturabgabe der ziemlich sicher kommenden Mehrwertabgabe angerechnet wird.

Die Fraisa stellt Werkzeuge zur Metallbearbeitung her. Im Zuge der Finanzkrise von 2008 musste sie den Standort Oberdorf aufgeben. Zwischen 2010 und 2012 versuchte sie erfolglos, das Areal zu verkaufen oder zu vermieten. Danach begann das Umdenken, das ins heutige Projekt mündete. Mit dem Quartierplan sind einem Investor Ideen gegeben und Grenzen gesetzt. Jetzt muss nur noch ein potenter Geldgeber gefunden werden.

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