Neuer Zubringer

Oberwil darf die Langegasse öffnen

Kantonsgericht in Liestal

Kantonsgericht in Liestal

Das südliche Ende der Langegasse in Oberwil darf zur Erschliessung mit der Therwilerstrasse verknüpft werden: Das Kantonsgericht in Liestal wies am Mittwoch eine Beschwerde einer Grundstückeigentümerin ab.

Bereits im Jahr 2014 beschloss die Oberwiler Gemeindeversammlung, dass die Langegasse künftig auch am Südende von der Therwilerstrasse her erschlossen werden soll und änderte den kommunalen Strassennetzplan entsprechend.

Der dazu passende Strassenlinienplan landete am Mittwoch vor dem Baselbieter Kantonsgericht in Liestal, weil die Kantonale Pensionskasse als Eigentümerin der dortigen Neuüberbauung die Öffnung des Strassenstücks verhindern wollte: Zuviel Verkehr, zuviel Lärm, so das Argument. Die fünf Richter wiesen aber die Beschwerde einstimmig ab.

Das Gericht unternahm zusammen mit Vertretern der Pensionskasse, des Kantons sowie der Gemeinde Oberwil am Mittwoch Nachmittag einen Augenschein im Grünen: Derzeit endet die Langegasse am südlichen Ende für Autofahrer in einer Sackgasse, die Strasse über die Felder weiter nach Therwil ist für Velos und Fussgänger reserviert. Am Rande der neuen Bebauung führt zwar noch immer die für die Baustelle gebaute Schotterpiste zur Therwilerstrasse, doch zwei grosse Pflanzenkübel markieren deutlich ein Fahrverbot.

Klarer Entscheid

Das wird sich künftig ändern, die Zufahrtsstrasse darf entgegen dem Willen der Grundstückeigentümer benützt werden. Insbesondere Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl zeigte wenig Verständnis für die Einsprache: Bereits bei der Planung habe der Bauherr gewusst, dass dort eine Strasse hinkomme. Auch sonst fanden die Richter wenig Argumente gegen die Öffnung: Die Gemeinde habe ein grosses Interesse daran, die Erschliessung der Langegasse zu verbessern. So vermindere etwa die geplante Zufahrt den heute nötigen Umweg zur Neuüberbauung von 2000 auf 200 Meter.

Auch der Mehrverkehr sei kein Argument: Die Planer rechnen mit rund 300 durchschnittlichen Fahrten pro Tag, für eine Überschreitung der Lärmwerte seien aber mindestens 1000 Fahrten pro Tag nötig. Deshalb spiele es in diesem Fall auch keine Rolle, dass die verwendeten Verkehrszählungen möglicherweise nicht über alle Zweifel erhaben seien.

Kantonsrichter Stefan Schulthess sah auch keine Gefahr eines neuen Schleichwegs durch die Langegasse. «Die Schleichwegproblematik ist hier klein. Bei diesen ’Höpperli’ schleiche ich nur durch, wenn ich gar nirgends mehr durchkomme», meinte er.

Heikel war einzig der Punkt, wonach die Strasse nicht mehr im Siedlungsgebiet liege. Gerichtspräsidentin Franziska Preiswerk betonte aber, südlich der Überbauung befinde sich eine Spezialzone für eine Gärtnerei, diese erlaube von der Nutzung deutlich mehr als eine normale Landwirtschaftszone. Deshalb sei an diesem Ort auch eine Strasse kein Problem.

Einen genauen Terminplan gibt es für die Erschliessungsstrasse noch nicht, auch ist die Frage noch ungeklärt, ob sie mit einem Kreisel an die Therwilerstrasse angeschlossen wird. Das detaillierte Bauprojekt dürfte bei Anwohnern mit Gartensitzplätzen in Richtung Süden weiter zu Reden geben, dann sind auch weitere Einsprachen möglich.

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