Ausgaben

Oberwil muss sich wegen Schulhaussanierung weiter verschulden

Das Thomasgarten-Schulhaus muss dringen saniert werden.

Das Thomasgarten-Schulhaus muss dringen saniert werden.

Der 20-Millionen-Neubau des Schulhauses Sägerstrasse ist nur eine von zahlreichen Investitionen, die in Oberwil anstehen. Die Sanierung des Thomasgarten-Schulhauses und ein Beitrag zur Sanierung der BLPK werden auch fällig. Nun drohen neue Schulden.

Voller Stolz präsentierte der Oberwiler Gemeinderat letzte Woche die Investition, die die Gemeindeversammlung im Dezember bewilligen soll: die neue Schulanlage an der Sägestrasse. Sie soll 20 Millionen Franken kosten. Gegenüber den Erläuterungen zum Projektierungskredit seien das nur zwei Millionen Franken mehr, wurde erklärt.

Doch so harmlos ist das Projekt für die Oberwiler Finanzen nicht. Denn der Schulhausneubau ist nur einer von mehreren happigen finanziellen Brocken, die in den kommenden Jahren auf die Gemeinde zukommen. Daneben muss das Thomasgarten-Schulhaus saniert werden. Die Gemeinde schiebt dieses Projekt seit einigen Jahren vor sich her. Es handelt sich um einen Betonbau aus den 1980er-Jahren mit wenig Dämmung. Die Schule heize derzeit ins Blaue hinaus, sagt der für Hochbau zuständige Gemeinderat Urs Hänggi (CVP). Es würden Gruppenräume fehlen, man müsse Räume doppelt belegen.

Fenster unsanierbar

Die Kosten für die Schulhaussanierung sind noch nicht absehbar. Hänggi lässt aber erkennen, dass sie nicht tief sein werden. Was die Sanierung erschwere, sei der Standort mitten in einem Wohngebiet. «Auch ein Abbruch und ein Neubau wären eine denkbare Variante», sagt er. Parallel zur Sanierungs-Planung häufen sich derzeit die Unterhaltskosten. «40 Jahre alte Fenster kann man nicht sanieren, man muss sie ersetzen», so Hänggi.

Deutlich günstiger, aber doch ins Geld dürfte die Planung des Gebiets Eisweiher werden. Dort will die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, «um hochwertigen, zahlbaren Wohnraum sicherzustellen», wie Hänggi sagt.

Und wie alle Gemeinden im Baselbiet wird auch die Gemeinde Oberwil ihren Beitrag zur Sanierung der Baselbieter Pensionskasse leisten müssen. Die Höhe der Kosten ist noch kaum abschätzbar.

Angesichts der Tatsache, dass die Gemeinderechnung 2012 mit einem Defizit von 2,5 Millionen Franken abschloss, hat die Gemeinde einiges zu stemmen. Erstmals seit vielen Jahren waren die Steuereinnahmen letztes Jahr tiefer als im Vorjahr.

Und so steht jetzt schon fest: Vor 2017 wird die Sanierung des Schulhauses Thomasgarten nicht starten. «Wäre die Pensionskasse nicht, könnten wir anders planen», erklärt Hänggi. «Dann könnten wir zum Beispiel den Thomasgarten vorziehen.»

Oberwil stehe nicht am finanziellen Abgrund, betont er. «Aber wir werden von unseren Finanzen gefordert.» Unter solchen Umständen ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren, sieht er als Herausforderung.

Gegenüber anderen Gemeinden hat Oberwil aber immerhin einen Vorteil: Die Gemeinde ist schuldenfrei - noch. Das soll sich ändern, aber gemäss Finanzplan sollen die Ausgaben der kommenden Jahre nicht zu einer überdurchschnittlichen Verschuldung führen - insbesondere auch, weil Pensionskassensanierung und Schulhausrenovationen zahlreiche andere Gemeindebudgets im Kanton belasten dürften.

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