Wahlen 2019

Öko-Welle spült keine Bisherigen aus dem Nationalrat

Nationalrat: So wählte der Kanton Baselland

Nationalrat: So wählte der Kanton Baselland

Grüne und GLP legen im Baselbiet markant zu – für einen Sitzgewinn aber reicht es weder Rot-grün noch der Mitte-Allianz.

Es war eine Wahl im Zeichen der Klimadebatte. Eine Wahl im Jahr der Frau. Gesamtschweizerisch dürfen die Grünliberalen und vor allem die Grünen einen Erdrutschsieg feiern. Auch im Baselbiet können die beiden Parteien kräftig zulegen – allerdings ohne einen zusätzlichen Nationalratssitz erringen zu können. Bei der Verteilung der sieben Mandate bleibt alles beim Alten. Die Wahlbeteiligung lag im Baselbiet beim Nationalrat bei 42,6 Prozent. Das ist zwar wesentlich höher als bei den kantonalen Wahlen im März (33,9 Prozent), aber tiefer als bei den Nationalratswahlen 2015 (46,8 Prozent).

Dabei sind die Verschiebungen sehr deutlich: Gleich 5,1 Prozentpunkte können die Grünen hinzugewinnen. Sie erreichen neu 18,0 Prozent und haben damit sogar die FDP überflügelt und sind neu drittstärkste Partei im Kanton. Die Baselbieter Freisinnigen trotzen aber ihrerseits dem nationalen Trend und können leicht (um 1,2 Prozentpunkte) auf 16,5 Prozent zulegen.

Die von der bz publizierte Sotomo-Umfrage prognostizierte den Freisinnigen noch ein derbes Minus. Doch weshalb sieht es im Baselbiet für die Freisinnigen nun massiv besser aus? «Der grosse Wettbewerb auf der FDP-Liste hat zum guten Ergebnis massgeblich beigetragen», sagt Parteipräsidentin Saskia Schenker. Auch die Grünliberalen profitieren von der grünen Welle und können ihren Wähleranteil mehr als verdoppeln. Im Windschatten davon legt auch die SP leicht zu (siehe Grafik).

Baselbieter FDP trotzt dem nationalen Trend

Dem nationalen Trend folgend verliert die Baselbieter SVP deutlich Wähleranteile. Ihre beiden Nationalratssitze aber geraten dennoch nie in Gefahr. Dasselbe gilt für den Sitz von CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, wobei die Christdemokraten aber vor allem auch von ihrer Wahlallianz mit der GLP profitieren. Die BDP hingegen als weiterer Allianzpartner verliert weiter Wähleranteile und verschwindet mit noch 1,2 Prozent in der Bedeutungslosigkeit.

Auf die Zusammensetzung der Baselbieter Delegation hat das alles noch keinen unmittelbaren Einfluss. Während er bei der Ständeratswahl nur den undankbaren dritten Platz erreicht hat, ist der Sozialdemokrat Eric Nussbaumer bei den Nationalratswahlen mit 29 593 Stimmen obenaus geschwungen. Es folgen Maya Graf von den Grünen mit 27 141 Stimmen und SVP-Frau Sandra Sollberger mit 25 653 Stimmen. «Ich habe ‹rüdig› Freude. Wir haben ein grosses Ziel erreicht und bleiben die stärkste Partei im Kanton», kommentierte sie.

Es habe im Kanton Baselland kein politisches Erdbeben stattgefunden, das die Kräfteverhältnisse völlig verschoben habe, findet auch Thomas de Courten. Der SVP-Nationalrat ist mit 24 498 Stimmen auf dem vierten Platz gelandet. «Wir müssen eingestehen, dass wir Wähleranteile verloren haben», sagt er. So seien künftig weniger bürgerliche Mehrheiten zu bilden. «Das heisst, wir müssen härter arbeiten.»

Auf dem fünften Platz folgt Sozialdemokratin Samira Marti mit 24 498 Stimmen, die erst im vergangenen Dezember für Susanne Leutenegger Oberholzer nachgerückt war. Mit 19 071 Stimmen erst auf dem sechsten Platz rangiert die freisinnige Daniela Schneeberger, die gleichzeitig auch für den Ständerat kandidiert und dort im ersten Wahlgang das beste Resultat erreicht hat.

Mit deutlichem Abstand und 13 707 Stimmen landet Elisabeth Schneider-Schneiter von der CVP auf dem siebten Rang. «Mich enttäuscht, dass Themen wie die Krankenkassenprämien-Initiative oder die Heiratsstrafe, welche die CVP setzte, weniger punkten konnten, obwohl es genau die Menschen in unserem Land trifft», kommentiert sie. «Mal schauen, ob das Klima auch in vier Jahren noch dominiert.»

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