Baselbiet

Orientierungslauf: Wenn das Baselbiet sich im Wald trifft

Der Team-OL in Gelterkinden zieht nicht nur die Politelite der Region, sondern auch immer mehr Familien an.

«Lionel! Lionel! Lionel!», feuern sie ihren Klassenkameraden an. Lionel Frey hat nur noch einen Schlussspurt vor sich, ehe er die Ziellinie am 67. Baselbieter Team-OL passiert. «Lionel! Lionel! Lionel!» Sportlehrer Yannick Tanner ist mit den Jungs der 1Pe und 1Pf der Sekundarschule Frenkendorf unterwegs. «Ein supercooler Event», sagt er, «im Sportunterricht behandelten wir das Thema Orientierungslauf, da fanden wir, der Team-OL sei ein guter Abschluss.» Tanner verrät, nicht ganz alle seien freiwillig dabei. Er habe seine Läufer einfach angemeldet. Dass einer nur unwillig mit an den Gelterkinderberg gereist ist, ist nicht zu spüren. Die Stimmung ist eher daran, zu überborden. Eine laute Traube Schüler feiert sich selbst und den Tag.

Dem ganz normalen Promi begegnet man im Wald

Sportamtleiter Thomas Beugger pflichtet bei: «Wir sind begeistert, wie der Anlass abgelaufen ist. Sehr gefreut hat mich der Zuwachs in der Kategorie Familien.» 50 Prozent der Teilnehmenden starteten in dieser Kategorie. Der Event verzeichnete seit 2008 nie mehr so viele Voranmeldungen. Über 1500 nahmen am Sonntag teil. Darunter Prominenz wie Dominik Straumann, Präsident der Baselbieter SVP, der ehemalige BLKB-CEO Beat Oberlin, Finanzdirektor Anton Lauber oder Klaus Kirchmayr, Fraktionschef der Grünen im Landrat. Nicht am Start waren die Besten der Schweiz. Sie bestreiten das Weltcup-Finale in China.

Beugger führt die Ehrengäste durch den Wald. Im Schlepptau hat er Regierungspräsident Isaac Reber, Gelterkindens Gemeindepräsidentin Christine Mangold, Alt-Regierungsrat Peter Schmid und Monica Gschwind, die Baselbieter Sportdirektorin. Für sie ist der grösste Breitensport-Anlass des Baselbiets ein Highlight. «Er ermöglicht normalen Sportlerinnen und Sportlern, sich im Wald zu treffen und sich ein Ziel zu setzen.»

Das Sportamt als Veranstalter behielt während des Anlasses die Sicherheit im Auge. Nicht zuletzt, weil die sommerliche Trockenheit den Wäldern arg zusetzte. Revierförster Andreas Freivogel erklärt, dass «aufgrund von Holzereiarbeiten einige Posten angepasst werden» mussten. Allerdings sei sein Team grundsätzlich für «möglichst hohe Sicherheit» besorgt. Das betreffe besonders öffentliche Strassen, Feuerstellen, Waldhütten oder den Walderlebnispfad im Forstrevier Farnsberg.

Auch unterwegs: der Borkenkäfer

In Gelterkinden sind vor allem die Rottannen gefährdet. Der Borkenkäfer habe über 1000 Kubikmeter Holz absterben lassen, was bis zu 10 Prozent des gesamten Holzvorrats an Rottannen entspreche. «Es ist davon auszugehen, dass auch in den nächsten Jahren massive Schäden durch den Borkenkäfer zu erwarten sind», meint Freivogel, «das gewohnte Waldbild wird sich ändern.»

Noch machts Spass im Wald. Fast immer dabei ist das Politikerinnentrio Elisabeth Augstburger, Maya Graf und Julia Gosteli. «Wir wollten durchs Dickicht», erzählt Gosteli, «verpassten ein wenig die Linie, fanden aber wieder auf den rechten Weg zurück.» Graf ist dabei, seit sie 16 ist. Sie findet den OL «den coolsten Anlass überhaupt, weil Kinder, Beeinträchtigte, Familien, einfach alle teilnehmen können». Augstburger sagt, es würden sie viele gerade wegen ihrer Teilnahmen am OL kennen, nicht nur wegen ihrer politischen Arbeit. «Der OL ist nahe bei den Leuten.»

«Lionel!, Lionel!, Lionel!» Gleich ist er im Ziel.

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