Regierungswahlen 2019

Oskar Kämpfer zur Kritik aus der FDP: «Sollte nicht überbewertet werden»

«Es liegt von allen vier Kandidierenden eine substanzielle Zahlung in die Kasse des Komitees vor – auch von CVP-Regierungsrat Anton Lauber.» Oskar Kämpfer SVP-Präsident BL und Wahlkampfleiter

«Es liegt von allen vier Kandidierenden eine substanzielle Zahlung in die Kasse des Komitees vor – auch von CVP-Regierungsrat Anton Lauber.» Oskar Kämpfer SVP-Präsident BL und Wahlkampfleiter

SVP-Baselland-Chef Oskar Kämpfer ist Wahlkampfleiter der bürgerlichen Regierungskandidaten. Er nimmt Stellung zu den Misstönen der Freisinnigen.

Herr Kämpfer, Sie werden für die bürgerlichen Regierungskandidaten den Wahlkampf leiten. Nun kommt, kurz vor den Nominations-Parteitagen, Kritik aus der FDP. Dieses Störfeuer wird Sie kaum gefreut haben.

Oskar Kämpfer: Diese Kritik einzelner Freisinniger sollte nicht überbewertet werden. Die Parteileitung der FDP hat sich für eine Einerkandidatur – die wieder antretende Regierungsrätin Monica Gschwind – ausgesprochen. Damit einher geht, dass ein zweiter SVP-Kandidat akzeptiert wird. Ich bin überzeugt, dass sich die FDP kein Jota mehr bewegen wird. Das bürgerliche Regierungsticket von Anton Lauber (CVP), Monica Gschwind (FDP), Thomas Weber (SVP) und – höchstwahrscheinlich – dem zweiten SVP-Kandidaten Thomas de Courten steht. Am 3. September wird sich das Quartett der Öffentlichkeit vorstellen.

Zur Unterstützung des bürgerlichen Komitees kursieren unterschiedliche Aussagen. CVP-Chefin Brigitte Müller-Kaderli betonte, es gebe keine offizielle Wahlempfehlung der CVP für die anderen bürgerlichen Kandidierenden. Das Komitee sei Sache der Magistraten selbst.

Ich kann Ihnen sagen, wie wir es bei der SVP halten werden: Ich werde am Parteitag vom 23. August beantragen, dass die SVP offiziell das Viererticket mit Anton Lauber (CVP) und Monica Gschwind (FDP) unterstützt. Wir SVPler unterstützen die anderen Bürgerlichen. Persönlich bin ich froh, dass wir alle bürgerlichen Kandidaten im Boot haben.

Wie sieht es punkto Finanzierung des Komitees aus? Brigitte Müller sagte, aus der Kasse der CVP Baselland fliesse kein Geld ans Komitee.

Mag sein. Tatsache ist: Es liegt von allen vier Kandidierenden eine substanzielle Zahlung in die Kasse des Komitees vor – auch von CVP-Regierungsrat Anton Lauber. Im Falle der SVP-Kandidierenden hat die Partei diese Beiträge geleistet. Wie die anderen Parteien und ihre Kandidierenden dies handhaben, interessiert mich nicht, solange der Wahlkampf finanziert wird.

Laut Insidern butterte die Wirtschaftskammer 2015 rund eine Million Franken in den Wahlkampf der Bürgerlichen. Wie viel Geld haben Sie dieses Mal zur Verfügung?

Ich rechne mit weniger als einem Viertel des Betrags, der 2015 zur Verfügung stand und den ich als wesentlich tiefer als die Million wahrgenommen habe. Geld, das übrigens per Fundraising aufgebracht wurde und nicht aus dem Budget der Wirtschaftskammer kam. Ich verspreche aber: Der bürgerliche Wahlkampf wird wegen eines kleineren Budgets nicht weniger intensiv geführt.

Dann macht es Ihnen also nichts aus, dass die Wirtschaftskammer 2019 als allumfassende Dienstleisterin der Bürgerlichen wegfällt?

Auf die Wirtschaftskammer zu verzichten, war ein Entscheid der Spitzen von CVP und FDP. Ich hätte den Auftrag auch dieses Mal gerne an die Wirtschaftskammer-Tochter IWF AG vergeben. Diese hat 2015 sehr gute Arbeit geleistet. Im Gegensatz zu damals hätte man Inhalt und Volumen des Auftrags öffentlich kommunizieren sollen. Wir werden jetzt versuchen, die Verbände anzusprechen, die in der Wirtschaftskammer organisiert sind, damit unsere Kandidatinnen und Kandidaten zu Anlässen dieser Verbände eingeladen werden.

Ihr Parteikollege und designierter Regierungskandidat Thomas de Courten wird es im Wahlkampf nicht einfach haben. Dem Nationalrat haftet bis weit ins bürgerliche Lager der Ruf an, ein rechter Hardliner zu sein.

Das sind Vorurteile, die wir korrigieren werden. Sehen Sie: Der Kanton Baselland hat riesige Defizite beim Ausbau seiner Infrastruktur. Und dies hängt massgeblich mit der schlechten Vernetzung unserer Region in Bundesbern zusammen. Thomas de Courten ist in Bern hervorragend vernetzt. Als Präsident der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit geniesst er im Parlament einen sehr guten Ruf.

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