Birs

PCB in der Birs stammt aus Von-Roll-Kanal in Choindez JU

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Eine Quelle der PCB-Verschmutzung in der Birs ist gefunden: ein Kanal unter dem Werksgelände des Giessereikonzerns Von Roll in Choindez im Kanton Jura. Die krebserregende Substanz im Wasser stamme wohl von Rohstoffen wie Alteisen oder Blech.

Die erstmals Ende 2007 in Fischen aus der Birs festgestellten hohen PCB-Konzentrationen haben zu Verboten und Einschränkungen der Fischerei im ganzen Fluss geführt. An der aufwändigen Suche nach der Herkunft der Belastung ist neben mehreren Kantonen auch der Bund beteiligt. Das Von-Roll-Werk stand schon länger im Verdacht.

Eine neue Methode hat nun erlaubt, die PCB-Spur bis in einen Kanal zurückzuverfolgen, der unter dem Giessereiwerk in der Schlucht an der Kantonsgrenze zu Bern verläuft. Von Roll suche nach der genauen Quelle der Verschmutzung; erste Ergebnisse weisen laut Kanton «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» auf angelieferte Metalle hin.

Firma in der Pflicht

Dringliche Massnahmen seien angeordnet und umgesetzt worden, damit kein PCB-verseuchtes Wasser mehr in die Birs fliesse. Das Unternehmen suche zudem eine Sanierungsmethode für seine Rauchgasreinigung und Abwasserreinigungsanlage, damit das Werk auf Dauer garantiert kein PCB mehr emittiert.

Für die Fischer bedeutet die Identifikation der PCB-Quelle keine Entwarnung. Der Kanton Jura rät aus gesundheitlichen Gründen weiter zu wenig Konsum von Birs-Forellen - Minderjährige und Frauen in gebärfähigem Alter sollten gar keine essen. Konsum- und Fischerei- Einschränkungen haben auch die beiden Basel erlassen.

PCB sind Chlorverbindungen, die in der Industrie nach den 30er- Jahren wegen ihrer isolierenden Eigenschaften und chemischen Stabilität weit verbreitet waren. Sie sind jedoch krebserregend und schlecht abbaubar und reichern sich langfristig in der Nahrungskette an. In der Schweiz sind sie seit 1986 verboten.

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