Baselbiet

Pegoraro stellt dem TCS ihr Rezept gegen den Stau vor

«Nach den grossen Investitionen in den öV sind jetzt die Strassen dran», kündigt Sabine Pegoraro, FDP-Baudirektorin, an. (Archivbild)

«Nach den grossen Investitionen in den öV sind jetzt die Strassen dran», kündigt Sabine Pegoraro, FDP-Baudirektorin, an. (Archivbild)

Sabine Pegoraro spricht an der Generalversammlung des Touring-Club Schweiz (TCS) über die Massnahmen gegen den anhaltenden und allseits unbeliebten Stau: Einzig ein Ausbau der Kapazitäten würde Linderung bringen.

Die Diskussion um die Staubelastung in der Region Basel wird zunehmend aufgeregt geführt. Seit dem Auftritt von Verkehrsministerin Doris Leuthard in Basel und ihrem Seitenhieb gegen die angeblichen städtischen Osttangenten-Planungsdefizite ist der Ruf nach Sofortmassnahmen allgegenwärtig - oder zumindest nach festen Zusagen, dass bald etwas Konkretes gegen die täglichen Staus auf der A2 getan wird. Diese Forderungen werden insbesondere aus Kreisen der Wirtschafts- und Automobilverbände mit Nachdruck gestellt.

Für die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro kann deshalb ein Auftritt vor dem Touring-Club der Schweiz eine durchaus heikle Angelegenheit sein. Selbst wenn die FDP-Magistratin (und TCS-Mitglied) von ihrem Basler Parteikollegen, dem TCS-Präsidenten Christophe Haller, mit Vorschusslorbeeren bedacht wird. «Die Baselbieter Regierung hat ihre Hausaufgaben gemacht», stellt Haller unter anderem im Hinblick auf die neu lancierten Südumfahrungspläne im Birseck fest, «dies im Gegensatz zur Basler Regierung».

Mit ihrem Vortrag an der TCS-Generalversammlung vom Dienstagabend in Muttenz will Pegoraro genau diesen Eindruck bekräftigen: «Nach den grossen Investitionen in den öV sind jetzt die Strassen dran», kündigt Pegoraro an; ohne aber öV und Strasse «gegeneinander ausspielen» zu wollen, wie sie betont.

Es seien durch ihre Direktion bereits zahlreiche Massnahmen aufgegleist, um die Stau-Situation in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu entschärfen. Diese reichen von der Forderung, dass der Kanton Baselland in die Projektorganisation der Osttangente eingebunden wird, über den Ausbau von Engpässen wie der Umfahrung Allschwil (ab ca. 2017) und der stadtnahen Tangente im Raum Bottmingen-Oberwil, die im Gesamtprojekt Elba demnächst vor den Landrat kommen sollen, bis hin zum Ausbau der H-Strassen.

Denn gegen die Staubelastung helfe nur ein Ausbau der Kapazitäten, «Pflästerli-Politik» brauche es dagegen keine. Im Zuge dieses Ausbaus sollen vier Projekte bis zur Baureife geplant werden, damit der Bund nach der Übernahme der H2 und H18 unverzüglich den Ausbau mit Schwerpunkten im Raum Aesch/Pfeffingen und Liestal finanzieren kann. «Nicht die fehlende Finanzierung ist der Hauptgrund dafür, dass der Bund Projekte nicht umsetzen will, sondern die fehlende Baureife», erklärt Pegoraro hoffnungsvoll.

Massiv weniger Verkehr

Die einzig konkrete Erfolgsmeldung hebt sich die Regierungsrätin für den Schluss auf. Eine aktuelle Erhebung der Verkehrszahlen auf der Rheinstrasse ergibt, dass die Frequenz von 36'900 Fahrzeugen am Tag im Jahr 2010 auf dem am stärksten befahrenen Abschnitt auf aktuell 10'350 Fahrzeuge zurückgegangen ist. Die Eröffnung der A22 hat sich also auf Rheinstrasse weit stärker als prognostiziert (13'690) verkehrsberuhigend ausgewirkt.

Aber auch auf der A22 selbst verkehren statt der prognostizierten rund 45'000 Fahrzeuge am Tag «nur» 37'000. Für die Baudirektorin steht damit auch fest: «Aufgrund der erhobenen Zahlen besteht keine Eile beim Rückbau der Rheinstrasse.»

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