Therwiler

Permamed verdoppelt die Produktion von hautschonenden Seifen

Alkalische Seifen können die Haut austrocknen. Wasch-Emulsionen sind dagegen hautfreundlicher.

Alkalische Seifen können die Haut austrocknen. Wasch-Emulsionen sind dagegen hautfreundlicher.

Wasch-Emulsionen der Therwiler Permamed sind äusserst begehrt. Das Produktionsvolumen hat sich seit Mitte März verdoppelt.

Die nationalen Lockerungen des Lockdowns nahen in grossen Schritten. Dies bedeutet aber nicht, dass man nun nachlässig werden sollte beim Händewaschen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, dies weiterhin regelmässig und gründlich zu tun. Die meisten Menschen dürften dafür wohl alkalische Seifen benutzen – die können die Haut indes stark austrocknen. Medizinisches Personal und Leute mit Hautkrankheiten wählen als Alternative schon länger Waschemulsionen, die rückfettend wirken, Juckreiz mildern und die Schutzbarriere der Haut aufbauen.

Gerade in Coronazeiten greift nicht nur medizinisches Personal noch häufiger zu solchen Emulsionen. Tobias Lutz, Geschäftsführer des Therwiler Pharmaunternehmens Permamed, sagt im Gespräch mit der bz: «In der jetzigen Krise gilt es, neue Hautbedürfnisse zu befriedigen. Dies betrifft nicht nur Patienten mit empfindlicher Haut, sondern gegenwärtig die ganze Bevölkerung.» Entsprechend stark gefragt seien die medizinischen Emulsionen von Permamed, und entsprechend habe sich deren Produktionsvolumen seit Mitte März verdoppelt.

Vom Ein- zum Zweischichtbetrieb

Permamed besteht seit 41 Jahren und wird seit Beginn von der Familie Lutz geführt. Entwickelt, produziert und vertrieben wird seit jeher in Therwil. Während viele andere Unternehmen in dieser Zeit Leute entlassen müssen, ist bei Permamed genau das Gegenteil der Fall. Tobias Lutz sagt, vor dem Lockdown habe man in Therwil im Einschichtbetrieb gearbeitet. «Nach Ausbruch der Pandemie mussten wir in einen temporären Zweischichtbetrieb wechseln, um der grösseren Nachfrage gerecht zu werden.» Es sei deshalb kurzfristig nötig geworden, Temporärmitarbeiter zu mobilisieren.

Die Infrastruktur könnte laut Lutz sogar auf einen Dreischichtbetrieb ausgebaut werden. «Ein zentraler Punkt ist aber die Tatsache, dass uns genügend Rohstoffe für die doppelte Herstellung an Lager zur Verfügung standen; unsere Bewirtschaftung ist immer auf drei bis fünf Monate ausgerichtet – zum Glück.»

Zu den grössten Abnehmern der Therwiler Waschemulsionen gehören der Pharma-Grosshandel, aber auch Spitäler und Altersheime. Beliefert wird die ganze Schweiz; im Welschland und im Tessin habe man sogar einen höheren Marktanteil als in der Deutschschweiz, so Lutz.

Hand-Desinfektionsmittel gehören indes nicht zum Portfolio der Permamed. Zumindest bis jetzt nicht. «Dank einer Ausnahmebewilligung konnten wir, um den Eigenbedarf unserer Mitarbeiter und deren Familien abzudecken, ein eigenes Mittel innert kürzester Zeit herstellen.» Es seien nun Überlegungen im Gange, ein solches Produkt zukünftig selber zu entwickeln.

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