«Die Schaffung von zusätzlichem Schulraum (...) ist unumgänglich.» Zu diesem Schluss kommt die Pfeffinger Projektgruppe, die den Platzbedarf für die Umsetzung von Harmos untersucht hat. Das teilte der Gemeinderat am vergangenen Donnerstag mit. Damit ist die Gemeinde Pfeffingen in der gleichen Lage wie viele andere Baselbieter Gemeinden: Sie braucht zusätzlichen Schulraum.
Überraschend ist nur, dass sie dies erst jetzt feststellt. Denn mit dem Schulbeginn im Sommer 2015 müssen die Gemeinden im Zug der Harmos-Einführung Platz für die sechste Primarstufe und Gruppenräume bereitstellen. Andere planen seit Jahren im Hinblick auf diesen Termin.

Panik hat in Pfeffingen aber niemand. «Wir hatten mal eine Phase, in der wir früh dran waren», sagt Gemeinderat Sven Stohler-Pfister (FDP). Denn wenn man wirklich möchte, könnte man Platz mit Raumverschiebungen in den bestehenden Schulen schaffen. Das hatte der Gemeinderat ursprünglich auch vor. «Wir wären aber maximal ausgelastet, und Harmos-unabhängige Aufgaben wie den Mittagstisch müssten wir auslagern», erklärt Stohler.

Mehrere Fliegen auf einen Schlag

Darum entschied sich der Gemeinderat für «eine nachhaltige Lösung», sagt Sven Stohler: Der Raum soll in Neubauten Platz finden. Einerseits schafft man Platz für die Aufgaben, die Harmos ab dem Jahr 2015 verlangt. Andererseits hat man dann genug Platz für Mittagstisch und Tagesbetreuung.

Wie die Neubauten konkret aussehen sollen und wie viel sie kosten, das kann Stohler noch nicht sagen. Aller Voraussicht nach wird der Projektierungskredit bereits an der Gemeindeversammlung vom 20. Juni dem Souverän unterbreitet. Damit dürfte es reichen, im Sommer 2015 die nötigen Räume zur Verfügung zu haben. Das sagt Stohler, der allerdings auch einräumt: «Wir sind sportlich unterwegs. Wir hätten schon gerne etwas mehr Spielraum.»

Knapp dürfte es werden, wenn es zu Einsprachen oder zu einem Referendum kommt. Das Beispiel Wilmatt in Therwil zeigt: Das führt nicht nur zu Verzögerungen und Provisorien mit Containern. Es kostet auch viel. «Natürlich wünschen wir keine Baueinsprachen, aber darauf haben wir keinen Einfluss», so Stohler.
Er zeigt sich zuversichtlich, dass es in Pfeffingen nicht so weit kommt. «Wir müssen das Projekt zwar noch der Gemeindeversammlung verkaufen», sagt er. Weil man keine minimale Lösung wolle, werde das Projekt sicher nicht günstig. Aber Pfeffingen sei kleiner als Therwil, man habe immer mit den gleichen Leuten zu tun und könne sie so einfacher überzeugen. «Und in Pfeffingen ist man zur Schule grundsätzlich positiv eingestellt.»

Notfalls wird improvisiert

Der Schulratspräsident des Kindergartens und der Primarschule Pfeffingen, Hans Ruppanner-Caminada, könnte damit leben, wenn der definitive Schulraum für Harmos 2015 noch nicht zur Verfügung stünde. «Wenn es nicht reicht, können wir in den bestehenden Bauten starten. Wenn die gute Lösung erst ein Jahr später da ist, ist das nicht dramatisch.» Und Sven Stohler erinnert daran, dass Pfeffingen eine kleine Schule habe, in der man gut improvisieren könne. «Wir könnten übergangsmässig etwas über die Runden bringen, wie auch immer.»