Was seine besondere Beziehung zu BMW sei? «Gar keine!», antwortet Stephan Musfeld schnell. Oder fast keine. Am ehesten noch die, dass der allererste vierrädrige BMW ein Nachbau des britischen Klassikers Austin Seven war. Diesen hat Musfeld in seiner Sammlung, selbstverständlich.

Trotzdem widmet der 65-jährige Basler Bauunternehmer und Oldtimer-Liebhaber die zweite Sonderausstellung im Jubiläumsjahr 2018 den Bayerischen Motorenwerken. Zugegebenermassen mit dem Hintergedanken, nach der nur mässig besuchten Sonderausstellung «Unter Strom» wieder ein Zugpferd in sein Pantheon zu holen.

Pferdestärken unter der Motorhaube statt experimentelle E-Mobile sollen den Autotempel in dessen elftes Betriebsjahr führen; obschon die «Unter Strom»-Sonderschau insofern einen Meilenstein darstellte, als erstmals in Muttenz eine vom Verkehrshaus Luzern konzipierte Schau übernommen wurde.

Einzelexemplar vs. Blechbüchse

Blech-Fetischisten werden diesmal bestimmt auf ihre Kosten kommen. Da wäre zunächst einmal der Mitte der 1960er-Jahre von acht Schweizer Werkstudenten zusammengezimmerte «Hurricane». Ein bestechend schönes Sportcoupé auf der Basis des 1800er-BMW. Da es ein nie in Serienproduktion gegangenes Einzelexemplar ist, stellt der Hurricane das exklusivste Ausstellungsstück der Sonderschau dar. Das exklusivste, nicht aber das teuerste: Dieses ist zweifellos der nicht minder elegante BMW 507, der wenige Meter neben dem Hurricane steht.

Bei Auktionen erzielt der 1958 in nur 252 Exemplaren gebaute 8-Zylinder-Roadster Preise zwischen 2 und 4 Millionen Franken und stellt einen wunderbaren Kontrast zum Wirtschaftswundermobil BMW Isetta dar. Das aus heutiger Optik wenig vertrauenserweckende dreirädrige Rollermobil, eigentlich ein verbesserter Lizenznachbau der italienischen Marke Iso, wurde zwischen 1955 und 1962 mit 161 728 hergestellten Exemplaren ein durchschlagender Erfolg und bewahrte die bayerischen Autokonstrukteure vor dem drohenden Konkurs.

28 seltene Autos und 15 Motorräder von BMW hat Musfeld zu dieser Sonderausstellung unter seinem Dach vereinigt. Der Abriss der Geschichte der bayerischen Prestigemarke reicht von den Anfängen als «Rapp Motorenwerke» im Ersten Weltkrieg bis zum futuristischen «Supersportwagen M1 anfangs der 1980er-Jahre. Wie meist bilden Leihgaben von privaten Sammlern das Hauptharst der Sonderschau. Seit Jahren beobachtet Musfeld ein immer stärkeres Interesse von in- und ausländischen Sammlern, ihre privaten Schätze dem Pantheon kostenlos für ein halbes Ausstellungsjahr zur Verfügung zu stellen.

Neben der professionellen Pflege durch die Pantheon-Schrauber dürfte dabei vor allem die Aufnahme in die aufwändig gestalteten Ausstellungskataloge der Hauptantrieb für die Sammler sein. «Der Katalogeintrag kann bei einem Weiterverkauf durchaus eine wertsteigernde Visitenkarte darstellen», weiss Musfeld.