Augusta Raurica

Pink Floyds Meilenstein in der Baselbieter Römerstadt

Grandiose Kulisse: Der Auftritt von Crazy Diamond in Augusta Raurica ist eine Reminiszenz an das legendäre Pink-Floyd-Konzert in Pompeji.

Grandiose Kulisse: Der Auftritt von Crazy Diamond in Augusta Raurica ist eine Reminiszenz an das legendäre Pink-Floyd-Konzert in Pompeji.

Die Pink-Floyd-Tribute-Band Crazy Diamond füllte in Augst das Amphitheater mit Konzerten. Crazy Diamond reissen ihr Publikum von den steinernen Treppen.

Syd Barrett schaffte es nicht mehr bis nach Pompeji. Viele Drogen und psychische Handicaps hatten die britische Psychedelic-Rockband Pink Floyd veranlasst, ihren kreativen Kopf zu ersetzen. Deshalb ist im legendären Musikfilm von Adrian Maben «Pink Floyd: Live at Pompeii» bereits David Gilmour an der Gitarre zu sehen und hören.

Am vergangenen Freitag und Samstag füllt die Pink-Floyd-Tribute-Band Crazy Diamond in Augst das Amphitheater mit Konzerten, die als Reminiszenz an diesen «Meilenstein» von 1971, wie es Gitarrist Üse Junger nennt, gesehen werden dürfen. Crazy Diamond reissen ihr Publikum von den steinernen Treppen.

Bratwurst, Pasta, Vorfreude

Die Reihe «Picknick mit Helden» lässt jährlich ein Bijou durch die altehrwürdigen Bauwerke klingen. Das Picknick findet zuvor und freiwillig statt. Die meisten bedienen sich an den Ständen vor Ort. Bratwurst, Pasta, Vorfreude. Nicht so Bea. Sie hat ihren Teigwaren-Bohnen-Salat mitgebracht und unterhält sich mit Sabine, die auch gegen die 50 geht. «‹The Wall› – dieses Album von Pink Floyd hat mich unheimlich beschäftigt, als ich noch ein Teenager war», erinnert sie sich. «Wir gingen auch im Englischunterricht den Film dazu schauen.»

Crazy Diamond spielen weit mehr als das, was die Vorlage aus Pompeii hergibt. «Hier sind Leute, die sind keine Pink-Floyd-Spezialisten und solche, die kennen sich bestens aus», erklärt Gitarrist Junger, «beide Lager wollen wir mit unserem Programm abholen.» Das Publikum ist breit gefächert, wenn auch die jüngeren Jahrgänge spärlicher vertreten sind. Da ist Simone, ehemalige Schweizer Meisterin im Siebenkampf, Lars, der heute als Gemeinderat im Oberbaselbiet wirkt sowie Adrian, inzwischen in Diensten des Kantons Baselland. Er gesteht: «Ja, die Haare waren schon mal schulterlang, ist aber schon ein paar Jahre her.»

Sängerinnen aus Prattler Schule

Spektakel. Blitze, gleissende Fluten aus Licht, rot-grün-lila Laserfäden und Nebelschwaden. Der Klang suggeriert die erwartete Unendlichkeit. Über sieben monolithischen Leinwänden im Hintergrund der Bühne flimmern filmische Sequenzen. Oft surreal. Am Samstag ärgert der Regen zwischendurch. «Another Brick in the Wall» mit Sängerinnen der Kreismusikschule Pratteln entschädigt absolut. Und Gitarrist Üse Junger meint: «Natürlich ist es für uns einmalig, vor dieser Kulisse spielen zu dürfen – es erhöht auch automatisch die Nervosität.» Ein wenig Stolz schwingt mit.

Schampus aus der Pet-Flasche

Ein paar Kräutermischungen gehen in Rauch auf, Dosenbier ist beliebt, ein Pärchen schenkt sich Schampus aus der Pet-Flasche nach. Viele schwelgen nicht nur in der Musik, sondern genauso in Erinnerungen. Älter werden bedeutet auch Schmerz und Sentimentalität. Die Cover-Band spielt «Wish You Were Here» und «Shine On You Crazy Diamond». Beide Songs dürfen als Hommage von Pink Floyd an den 2006 verstorbenen Syd Barrett verstanden werden. In Pompeij ist er zwar nie angekommen, im Amphitheater aber doch. In jenem von Augst.

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