Die am Mittwoch publizierten Vorschläge zur Zukunft des Kantonsspitals Baselland (KSBL) geben einer alten Idee neuen Auftrieb: der Fusion des KSBL mit dem Universitätsspital Basel (USB) oder mit anderen Spitälern aus der Region. So betonte Regierungsrat Thomas Weber (SVP) gestern in der bz, dass man nun alle Optionen prüfe. Dazu gehöre auch die Neuauflage eines Fusionsprojekts oder der Verkauf des KSBL.

Die Aussage Webers wird nun von seinem Basler Amtskollegen Lukas Engelberger unterstützt: «Ich bin grundsätzlich offen, über eine neue bikantonale Spitalvorlage zu reden.» Das wird von Baselbieter Politikern reihum begrüsst. Für GLP-Landrat Yves Krebs ist es nichts mehr als folgerichtig, dass nun wieder über die Spitalfusion diskutiert wird – auch wenn diese vom Basler Volk erst im Februar abgelehnt worden ist. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, sagt Krebs. Gemäss den neuen Vorschlägen verabschiedet sich das KSBL von der Idee, an den drei Standorten Laufen, Liestal und Bruderholz ein Spital mit stationärem Angebot zu führen.

Fusion mit dem Claraspital?

«Bestehen die beiden Klumpenrisiken Laufen und Bruderholz in der heutigen Form nicht mehr, so fällt ein wesentlicher Kritikpunkt aus Basel an der Fusion mit dem KSBL weg», gibt Krebs zu bedenken. Erst recht werde eine Fusion für die Stadt interessant, sollte sich der Kanton Baselland, wie vom KSBL als zweite Variante vorgeschlagen, für einen Spitalneubau auf der grünen Wiese entscheiden. «Das USB ist in seinen Entwicklungsmöglichkeiten in der Stadt limitiert. Es muss an einem topmodernen und mit dem Auto bestens erschlossenen zweiten Standort Interesse haben», ist Krebs überzeugt.

Auch Grünen-Fraktionschef Klaus Kirchmayr begrüsst es, dass nun breit über Zukunftsszenarien fürs KSBL diskutiert wird. «Es wäre nicht richtig, jetzt von vorneherein Optionen auszuschliessen. Das ist genau das, was in den vergangenen Jahren falsch gelaufen ist.» Zu den möglichen Optionen gehöre sowohl eine Fusion als auch ein Verkauf des Spitals. Kirchmayr könnte sich sogar eine Neuauflage des Fusionsprojekts mit dem USB vorstellen: «Werden die im Abstimmungskampf umstrittenen Parameter wie etwa das Beteiligungsverhältnis der beiden Basel neu ausgehandelt, so spricht nichts dagegen», argumentiert Kirchmayr.

«Es würde sich gut ergänzen»

Als Partner eines Zusammenschlusses könnte sich Kirchmayr ferner das Basler Claraspital vorstellen: «Es würde sich gut mit dem KSBL ergänzen, inhaltlich als auch geografisch», ist er überzeugt. Daneben sei auch ein Verkauf des Spitals zu prüfen – darunter ans Unispital Basel (USB), fordert Kirchmayr. Zentral ist für ihn, dass die Regierung zwischen den verschiedenen Varianten eine Vergleichbarkeit zu den Parametern medizinisches Angebot, betriebliches Konzept und Finanzierung herstellt.

Selbst Fusionskritiker aus der Stadt können sich eine «Heirat» zwischen USB und KSBL unter neuen Vorzeichen vorstellen: Bei der abgelehnten Vorlage habe das Gesamtpaket nicht gestimmt, sagt Sarah Wyss, SP-Grossrätin und Präsidentin der Gesundheits- und Sozialkommission (GSK). Ein massgeblicher Kritikpunkt sei gewesen, dass das fusionierte Spital beider Basel weiter vier stationäre Standorte gehabt hätte. «Wenn nun das KSBL seine Hausaufgaben macht und sich neu aufstellt, macht es Sinn, über eine Fusion nochmals zu diskutieren», sagt Wyss. Auch wenn es für die Mitarbeitenden beider grossen Spitäler schwierig würde, sich erneut in eine Phase der Unsicherheit und des Umbruchs zu begeben.

Für FDP-Landrat Sven Inäbnit, auch er ein Gegner der Spitalfusion, kommt die Neuauflage der Fusion nach der gescheiterten Volksabstimmung hingegen nicht infrage. Ein Verkauf des Spitals sei mittelfristig hingegen sehr wohl ein Thema – solange die Gesundheitsversorgung im Landkanton im gewünschten Ausmass gesichert bleibe.