Abstimmungen

Politik einfach erklärt mit dem «Easy-Abstimmigsbüechli»

Christine Bühler mit dem Easy-Büchlein.  Kenneth Nars

Christine Bühler mit dem Easy-Büchlein. Kenneth Nars

Bald dürften auch die jungen Einwohnerinnen und Einwohner von Läufelfingen, Lupsingen, Rothenfluh und Rünenberg dank der Broschüre motiviert werden, abstimmen zu gehen. Die vier Dörfer haben ihr Interesse am «Easy-Abstimmigsbüechli» bekundet.

«Hey! Wir informieren Dich kurz und verständlich über die Abstimmungsvorlage vom 15. Mai 2011, damit auch Du mitbestimmst, wie unsere Zukunft aussehen soll.» So wurden die Jugendlichen im Kanton Bern in den vergangenen Wochen von zwei kleinen Comicfiguren auf einer achtseitigen grünen Broschüre angesprochen. Im «Easy-Abstimmigsbüechli» wurde ihnen einfach, verständlich und neutral erklärt, worum es geht.

Bald dürften auch die jungen Einwohnerinnen und Einwohner von Läufelfingen, Lupsingen, Rothenfluh und Rünenberg dank der Broschüre motiviert werden, abstimmen zu gehen. Die vier Dörfer haben ihr Interesse am «Easy-Abstimmigsbüechli» bekundet.

Die Broschüre, von jungen Menschen für junge Leute gemacht, gibt es im Kanton Bern seit 2003. Das Jugendparlament in Köniz hatte ein Pilotprojekt auf die Beine gestellt und die Hefte an den Schulen verteilt. Mit dabei Christine Bühler: «Nach vier bis fünf Ausgaben mussten wir feststellen, dass der Aufwand zu gross war. Zumal das Büchlein vor allem an Jugendliche ging, die noch nicht abstimmen konnten.» Besser wäre es, dachten sich die jungen Leute, wenn wir unsere Idee auf den ganzen Kanton ausweiten könnten. Gesagt, getan – das Projekt wurde 2007 sehr gut aufgenommen und ist inzwischen als wertvolle Ergänzung zu den Abstimmungsunterlagen des Kantons respektive der Gemeinden etabliert.

Nachfrage vorhanden

Da die Rückmeldungen von Gemeinden, Jungen und Erwachsenen laut Bühler – heute Co-Leiterin des Projekts und Studentin in Basel – sehr positiv sind und die Nachfrage da ist, habe es nahe gelegen, andere Kantone anzufragen. Der Bund und die drei Stiftungen Mercator Schweiz, Avina und Ernst Göhner sagten ihre Unterstützung zu. So wurden im vergangenen November die Gemeinden von fünf Kantonen anvisiert. Baselland ist auch dabei, «weil wir zu diesem Kanton, der auch ein Jugendparlament besitzt, Beziehungen hatten», sagt Bühler.

Von 86 Gemeinden im Baselbiet sagten vier zu, eine ab und der Rest schwieg. Bühler ist überzeugt, dass sich noch mehr gewinnen lassen und erklärt, man versuche nun über den Gemeindeverband, über Jugendfachstellen und Schulen das Interesse zu wecken.

Die Kosten pro Jugendlichen pro Jahr belaufen sich für Gemeinden auf fünf Franken. Dafür gibt es vier Büchlein. Findet an einem der vier Daten keine Abstimmung statt, erhalten die jungen Einwohnerinnen und Einwohner trotzdem eine Broschüre. Sie würde dann allgemeine politische Informationen enthalten. Dazu sagt Bühler: «Wir erläutern zum Beispiel, welche politischen Möglichkeiten Jugendliche in der Schweiz haben, oder warum der Bundesrat vom Parlament gewählt wird.»

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