Oberdorf

Polizist entlassen - weil er auch im Nachbardorf zum Rechten schaute

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal.

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal.

Der Dorfpolizist von Oberdorf wurde fristlos entlassen. Der Gemeinderat erklärt nun, wie es dazu kam. Der Polizist hat nicht zu viele Bussen verteilt. Nein, er hat sich zu sehr als Sheriff aufgeführt und das auch noch im Nachbardorf.

Gemeindepräsident Ewald Fartek redet in der Mitteilung Klartext. Dorfpolizist Gerald Krauth sei nicht im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Amt geschieden. Die Gemeinde habe ihn vielmehr entlassen, hält Fartek in einer Mitteilung fest.

Krauth, der in einem 20-Prozent-Pensum beschäftigt war, musste letzte Woche seine Sachen packen. «Ausschlaggebend waren die zunehmenden Reklamationen und Beschwerden aus der Bevölkerung, insbesondere zum eigenwilligen und teilweise arroganten Auftreten von Herrn Krauth», schreibt Fartek.

Aussprache fruchtete nichts

Der Gemeindepolizist habe in einzelnen Fällen seine Kompetenzen überschritten. So hat er sich auch in einer Nachbargemeinde als Polizist ausgegeben und dort Personen zu Unrecht zurechtgewiesen.

Eine Aussprache mit dem zuständigen Gemeinderat habe nichts gefruchtet - im Gegenteil, es seien darauf noch mehr Reklamationen eingegangen.

«Das Fass zum Überlaufen brachte unseres Erachtens die völlig übertriebene Inter-vention betreffend die Hundehaltung einer Familie in Oberdorf», schreibt der Gemeinde-Präsident weiter. Wer das nicht glaubt, der könne auf der Gemeinde Name und Adresse der Familie beziehen und sich so selbst ein Bild machen.

Der beschuldigte Polizist war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (rsn)

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