Traditionell gehört der Abend des Fasnachtsdienstags in Waldenburg den Guggen. Ihr grosses Konzert auf zwei Bühnen ist dann jeweils angesagt. In diesem Jahr gehörte der Event auch dem Wind. Diverse Vorsichtsmassnahmen wurden getroffen, damit die Böen nichts wegtragen konnten. Danach stand die Musik im Zentrum. Und wie immer auch die prominente Moderatorin oder der Moderator.

Das Guggekonzert in Waldenburg ist bekannt dafür, dass es von Koryphäen moderiert wird. Vergangenes Jahr tat dies Fabio Nay. Zuvor waren schon DJ Antoine oder Linda Fäh mit dem Mikrofon auf der Gugge-Bühne. In diesem Jahr führte Philippe Gerber von Radio SRF 3 durchs Programm mit seinen zwölf Formationen. «An diesem Guggekonzert bin ich zum allerersten Mal», schickte Gerber voraus. Ihn habe die Moderation wesentlich gereizt, weil er damit aus seinem Schema habe ausbrechen könne. «Am Fasnachtsdienstag gehe ich fast schon logischerweise zu den Guggen nach Basel», beschrieb er, «auf diese Weise kann ich etwas Neues entdecken und kennenlernen.»

Parade durch die Altstadt

Eröffnet wurde das 34. Guggekonzert im Waldenburgertal mit einer Gugge-Parade durch die Altstadt. Die Au-Rugger, Gugge-Rugger, Gassäspränger, Gwaageschränzer und Schlappschwänz trugen den Sound durch Waldenburg hin zum Schulhausplatz, wo Phillippe Gerber übernahm. Die Gastgeber, Los Ventilos, marschierten ein weiteres Mal nicht mit. «Die müssen zu diesem Zeitpunkt arbeiten», erklärte Mediensprecher Raphael Senn. 21 Ventilos, unterstützt von 43 Helfern, standen im Einsatz. Das ist nötig, damit die 2500 Gugge-Fans sich gehen lassen und geniessen konnten.

Guggen und Cliquen gleichwertig

Philippe Gerber hat einen starken Bezug zur Fasnacht. Aufgewachsen in Allschwil kam er früh mit der Fasnacht in Berührung. Einige Jahre nahm er auf dem Wagen der Wildviertel-Clique teil. Den Wagen zog übrigens Gerbers Grossvater höchstpersönlich «mit einem kleinen Agria-Traktörli». Fasnacht lebt auch von Erinnerungen.

Gerber sagte, er betrachte sowohl Guggen als auch Tambouren und Pfeifer für Stützen der Fasnacht. «Vielleicht gibt es gewisse Zeiten, an denen du denkst, jetzt ist eine Gugge ein Fremdkörper», wog Gerber ab. Spontan denke er da an den Basler Morgestraich, den er sich schlecht mit der Beteiligung von Guggen vorstellen könne. Der Moderator des Guggekonzerts in Waldenburg wollte aber alle Teilnehmenden als gleichwertig verstanden wissen: «Das macht ja gerade die Fasnacht aus. Zuerst kommt eine Clique mit Trommeln und Piccolos und im nächsten Moment kommt sie, eine Gugge.»