Fan-Randale

Pratteln fordert ein härteres Vorgehen gegen Hooligans

Die von FCZ-Chaoten eingeschlagenen Fensterfronten der Apotheke beim Bahnhof. Archiv/April 2015

Immer wieder sorgen FCZ-Chaoten rund um den Bahnhof Pratteln für grosse Sachschäden.

Die von FCZ-Chaoten eingeschlagenen Fensterfronten der Apotheke beim Bahnhof. Archiv/April 2015

Nach den jüngsten Ausschreitungen rund um den Bahnhof wünscht sich der Prattler Gemeinderat ein konsequenteres und härteres Durchgreifen der Polizei.

Pratteln hat genug von randalierenden Hooligans. Nach den Auswärtsspielen des FC Zürich im Basler St.-Jakob-Park kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Ausschreitungen von FCZ-Chaoten. Am letzten Wochenende verursachten gewaltbereite Fans rund um den Bahnhof Pratteln erneut einen hohen Sachschaden: 250 000 Franken sind es diesmal. Der jüngste Vorfall hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

«Uns reicht’s», sagt Urs Hess, der Leiter des Departements für öffentliche Sicherheit im Prattler Gemeinderat. «Wenn wir die Schuldigen nicht dingfest machen, müssen die Betroffenen den Schaden selber zahlen. Das kann doch nicht sein. Weil uns die Sicherheit der Bürger wichtig ist, wollen wir sie in Zukunft besser schützen», sagt Hess.

Um die Vandalen zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen, sieht der ehemalige SVP-Landrat nur eine Möglichkeit: «Die Polizei muss rigoroser und konsequenter eingreifen und die Verantwortlichen packen.» Nur so könne man die Personen identifizieren und straf- oder zivilrechtlich belangen.

Das findet auch Gemeindepräsident Stephan Burgunder: «Es reicht nicht, die Randalierer in den Extrazug zurückzubegleiten. Das ist zu wenig. Man muss die Leute zur Verantwortung ziehen.»

Warum die Polizei die Fans schnell zurückdrängt

Die Polizei Baselland kann die Forderungen der Gemeinde verstehen, erklärt aber, warum man am Samstag nicht anders handeln konnte. «Es ging darum, Personenschäden durch einfahrende Züge und weitere Sachbeschädigungen zu verhindern. Hätten die Fans die Bahnstrecke noch länger blockiert, wären weitere Züge ausgefallen», sagt Polizei-Sprecher Roland Walter. Deswegen habe die Polizei die Randalierer so rasch wie möglich in den Zug zurückgedrängt.

Mit der Hilfe von Bildmaterial sollen die Täter nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Aus taktischen Gründen will sich die Polizei nicht zum zukünftigen Sicherheitsdispositiv äussern. «Grundsätzlich passen wir uns den Umständen an und ergreifen entsprechende Massnahmen», sagt Walter.

Meistgesehen

Artboard 1