Umweltschutz

Pratteln im grünen Kleid: Einwohnerrat macht sich für Umwelt stark

Der Einwohnerrat von Pratteln nimmt alle Vorstösse, welche mehr Umweltschutz fordern, an.

Der Einwohnerrat von Pratteln nimmt alle Vorstösse, welche mehr Umweltschutz fordern, an.

Der Prattler Einwohnerrat ritt am Montag auf einer grünen Welle. Gleich sechs Vorstösse, die mehr Umweltschutz forderten, hatte das Ortsparlament zu behandeln. Und alle wurden angenommen. Dies lässt sich nicht nur damit erklären, dass mit der neuen Legislatur die Mehrheitsverhältnisse in Pratteln nach links-grün gerückt sind.

Bei weitem nicht alle Vorstösse kamen von links-grüner Seite. Einige waren bereits vor den Wahlen Anfang Jahr eingereicht worden. Und auch die Fraktionen der FDP/CVP und der SVP zeigten sich am Montag auffallend grün. So hatte die FDP vorgeschlagen, unter dem Namen «Vision Arco Verde» die Grünräume rund um den Ortskern zu stärken. Diese müssten «vor der übermässigen Beanspruchung beziehungsweise Beeinträchtigung durch die Menschen auch geschützt werden», schrieb die Partei.

Das segnete der Einwohnerrat einstimmig ab, nachdem Gemeinderat Urs Hess (SVP) versprochen hatte, das Anliegen im Rahmen des Grün- und Freiraumkonzepts umzusetzen. Unter anderem soll die Bevölkerung Ideen für die Nutzung dieser Freiräume einbringen können.

Weiter kam von der SVP die Forderung, systematisch alle Heizungen in den Gemeindebauten auf Energieeffizienz zu prüfen. Dabei übertrumpften sich die Fraktionen gegenseitig mit Vorschlägen, wie man noch ökologischer heizen könne. Der Grüne Gemeinderat Philipp Schoch musste den Elan sogar bremsen, als es um den dringenden Austausch einer defekten Heizung in einem Gebäude ging, das nicht sofort an die Fernheizung angeschlossen werden kann.

Nur bei «Grünstadt»-Label wurde es knapp

Die SVP wollte zudem in den kommenden zehn Jahren den Baumbestand in Pratteln um 20 Prozent erhöhen, ausgehend von heute 1204 Stück. Ihr Gemeinderat Hess hielt mehr Bäume zwar für eine gute Idee, nur das Tempo für zu ambitioniert. Doch ausser den Freisinnigen waren alle der Meinung von Urs Schneider (SVP), der sagte: «Flächen für Bäume sind da. 240 neue sind deshalb nicht zu viel.»

Ferner befürwortete es der Rat, mit unversiegelten Hitzeinseln im Siedlungsgebiet dem Klimawandel entgegenzuwirken. Vorgeschlagen hatten das die Unabhängigen/Grünen. Knapp wurde es nur für deren Postulat, sich für das Label «Grünstadt» zu bewerben, auch wenn es schliesslich angenommen wurde. SVP und FDP hielten wenig davon, mit einem Label «nur einen Berg Papier» (Christoph Pfirter, SVP) zu erzeugen.

Vertreter der Bürgerlichen betonten, man müsse die ökologischen Ziele erreichen, aber ohne Label. Sie stellten sich damit gegen Hess, der hoffte, das Label werde «zeigen, in welche Richtung es weiter gehen soll» mit den Umweltvorhaben der Gemeinde. Ist der Einwohnerrat weiterhin in einer solch grünen Laune wie am Montag, dürfte die Richtung ziemlich eindeutig sein.

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