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Pratteln wird zur Supertankstelle: 24 neue «Supercharger» für Elektro-Autos, weitere folgen

Die vier bestehenden Ladestationen in Pratteln: Im Hintergrund sollen bald 24 weitere entstehen.

Die vier bestehenden Ladestationen in Pratteln: Im Hintergrund sollen bald 24 weitere entstehen.

Pratteln soll künftig ein Hotspot für Elektroautos werden. Den Anfang macht Autohersteller Tesla mit 24 neuen Schnell-Ladestationen beim Aquabasilea.

Rund um das Prattler Erlebnisbad Aquabasilea werden wohl künftig noch mehr Elektro-Autos kurven. Der US-Hersteller Tesla will seine vier bisherigen Ladestationen, sogenannte «Supercharger», auf 28 erweitern. Dies geht aus einem Baugesuch hervor, das kürzlich publiziert worden ist. Das Projekt ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das geplante Projekt der Elektra Baselland (EBL): Das Energieunternehmen will in der Gemeinde die grösste E-Ladestation Europas errichten, mit 280 Säulen und 23'000 Quadratmetern Nutzfläche (die bz berichtete).

Laden unter einer Stunde

Der Standort Pratteln, direkt an der Fernverkehrsachse mit täglich 130'000 Fahrzeugen, ist dafür ideal. Im vergangenen Sommer hiess es seitens der EBL, der Bau solle bis 2023 abgeschlossen sein. Damals fehlten jedoch noch die Geldgeber, welche die nötigen Investitionen von 50 bis 70 Millionen Franken tätigen wollen.

Der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder freut sich über die Entwicklung. Man sei stolz auf die Vorreiterrolle, die Pratteln einnehme. «Ebenfalls muss man betonen, dass beim neuen Projekt von Tesla weder Land noch Strom subventioniert werden. Das zeigt, dass der Markt dafür bereit ist.»

Anders als das EBL-Vorhaben ist das Projekt von Tesla bereits konkret; die geplanten Ladestationen und eine Trafostation, die den nötigen Strom liefern soll, sind ausgesteckt. Dies geht aus einem Eintrag auf dem Schweizer Tesla-Blog «s3xy.ch» hervor. Der Autor freut sich darüber, dass an den Ladestationen auch Abfalleimer aufgestellt werden sollen, «was an vielen Superchargern vermisst wird».

Weil die neuen Ladeplätze in einer Naturschutzzone gebaut würden, habe Tesla die Auflage bekommen, die gleiche Fläche in der Umgebung wieder aufzuwerten, heisst es weiter. Tesla wolle dazu auf der gleichen Parzelle einen kleinen Teich ausheben und Büsche pflanzen.

Nur Teslas können laden

Der Standort beim Aquabasilea wurde gemäss Stephan Burgunder gewählt, weil Autobahn-Anschluss und Hotel in unmittelbarer Nähe sind. «Ebenfalls hat man hier während des Ladens verschiedene Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.» An den neuen Supercharger-Stationen dauert das Aufladen in der Regel weniger als eine Stunde. Zu Hause in der Garage braucht es dazu bis zu zwölf Stunden.

Der Nachteil der Tesla-Stationen: Sie funktionieren nur bei Autos der eigenen Marke. Elektro-Fahrzeuge anderer Hersteller müssen sich mit einer kleineren Ladestation auf der anderen Seite des Erlebnisbads begnügen. Gemeindepräsident Burgunder hofft, dass sich die Autoindustrie künftig vermehrt darum bemüht, die Ladestationen zu vereinheitlichen.

Gemäss der Website von Tesla gibt es in der Schweiz bis heute 18 Supercharger-Stationen, einige weitere Standorte sind geplant. Ein Vergleich zeigt: Mit 28 Ladesäulen entsteht neben dem Aqua Basilea die bei weitem grösste Ladestation im Land.

Werden in Pratteln in ein paar Jahren nur noch Elektroautos anzutreffen sein? Trotz der Vorreiterrolle will sich Burgunder nicht ohne Vorbehalt für Elektroautos aussprechen. «Man muss den Verbrauch aller Ressourcen – von der Herstellung bis zur Entsorgung – betrachten.» Es gebe noch kritische Punkte, zum Beispiel, was die Batterien angeht.

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Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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