Allschwil

Primarschulhaus Gartenhof: so macht Schule Spass

Der Traum jedes Schulkindes wurde in Allschwil Wirklichkeit: Die Kinder durften ihren Pausenplatz mitgestalten.

Der Traum jedes Schulkindes wurde in Allschwil Wirklichkeit: Die Kinder durften ihren Pausenplatz mitgestalten.

An der Einweihung des Primarschulhauses Gartenhof begeistert der 69-Millionen-Bau Jung und Alt. Die Lehrer werden hier in Zukunft mit Kurzdistanz-Beamern und elektrischen Wandtafeln anstatt von Hellraumprojektoren und Folien arbeiten.

Das Rentner-Pärchen schlendert durch die Gänge des neuen Primarschulhauses Gartenhof. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren wird es eingeweiht. Eine gute Gelegenheit, sich einmal anzusehen, wie lehren und lernen auf neustem Stand aussieht. «Wir hatten noch in ganz anderen Zimmern Schule», sagt der Rentner. Jene im Gartenhof sind lichtdurchflutet, viel Glas wurde verbaut. «Es ist schön hier», sagt der Mann dann, «sogar einen Ruheraum haben die Kinder.» Etwas skeptischer urteilt seine Partnerin: «Braucht es das wirklich? Werden die Kinder so gescheiter als wir?»

«Ja, alles, was es hier gibt, braucht es auch», sagt Schulleiterin Carolin Müller. Das neue Schulhaus nennt sie «modern, hell, gut herausgekommen». Hier lernen nun die Schülerinnen und Schüler, die zuvor in die Schulhäuser Bettenacker und Gartenstrasse gingen. Auch deren Lehrer sind mit umgezogen. Die letzten beiden Wochen der Sommerferien haben sie damit zugebracht, den neuen Arbeitsort einzurichten.

Kamera ersetzt Hellraumprojektor

«Toll, dass wir ein eigenes Zimmer haben», schwärmt Susanne Weber, die Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Die zwölfjährige Sarah geht hier zur Schule. «Es ist ein grosser Unterschied zu früher», beschreibt sie die Veränderung durch den Wechsel. «Es ist gross und hell. Besonders gefallen mir die elektrischen Wandtafeln und die Gruppenräume.»

Die Einweihungsfeierlichkeiten ziehen die Massen an. Über den Publikumsaufmarsch zeigt sich auch Carolin Müller überrascht: «Ich habe mit Interesse seitens der Bevölkerung gerechnet, mit einem derart grossen allerdings nicht.» Vor den Verpflegungsständen bildeten sich Schlangen, die Spielgeräte auf dem Areal werden von den Kindern ohne Unterbruch in Beschlag genommen, auf den Gängen des Neubaus ist Betrieb. Der Pausenplatz wurde von Kindern mitgestaltet.

Lehrerin Stefanie Vogt zeigt in ihrem Schulzimmer, was es Neues gibt. «Statt eines Hellraumprojektors haben wir eine Kamera, mit der wir Unterlagen auf die Tafel projizieren können.» Folien braucht es nicht mehr. Ein Kurzdistanz-Beamer verwandelt die Wandtafel in eine interaktive Fläche. Zum Schulzimmer gehört ein gut isolierter Gruppenraum, die Pulte können individuell eingestellt werden und in ein Stehpult verwandelt werden. «Wir arbeiten auch viel an den Tischen in den Gängen», sagt Vogt. Die Gänge können als Unterrichtsraum genutzt werden, weil alle Fluchtgänge um das Gebäude herum angelegt sind. Alle Fluchtgänge gehen der Gebäudehülle entlang, somit können die Gänge als Unterrichtsort genutzt werden. «Das war ein entscheidender Punkt, weshalb die Architekten Birchmeier, Uhlmann + Rabinovich den Zuschlag erhielten», sagt Gemeinderat Christoph Morat.

Quantensprung für die Gemeinde

Carmen Obrist, Teamleiterin der Tagesschule mit Platz für 130 Kinder, freut sich ebenfalls: «Wir haben mehr Platz, mehr Räume und mehr Licht», sagt sie, «für die Kinder ist das ein Mehrwert, weil wir mehr bieten können und gleichzeitig genug Platz vorhanden ist, um sich zurückzuziehen.» Hinzu komme, dass sie von einer eigenen Küche profitieren können.

Christoph Morat spricht von einem Quantensprung: «Bisher hatte Allschwil mit seinen 20 000 Einwohnern lediglich eine Dreifachturnhalle.» Jetzt aber müssten Veranstaltungen nicht mehr in Kirchgemeindehäusern oder der Turn- und Konzerthalle von 1902 über die Bühne gehen. Erstmals verfüge Allschwil nun über einen richtigen Saal. «Das gebührt einer Stadt wie Allschwil», ist Morat überzeugt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1