Gesundheit

Privatspitäler wollen mit günstigen Preisen punkten

Die Privatspitäler würden sich nicht vor Konkurrenz scheuen, könnten sie doch mit tiefen Baserates, also günstigen Basisfallpreisen, punkten. (Symbolbild)

Die Privatspitäler würden sich nicht vor Konkurrenz scheuen, könnten sie doch mit tiefen Baserates, also günstigen Basisfallpreisen, punkten. (Symbolbild)

Ausschreibung Besonders skeptisch stehen die Privatspitäler dem Ansinnen der Gesundheitsdirektoren beider Basel gegenüber, die Spitallisten zu straffen. Wer mit Privatspitalvertretern telefoniert, wird stets darauf hingewiesen, dass sich die Kantone in einem Interessenskonflikt befänden. «Sie besitzen selber Spitäler. Es ist zu befürchten, dass diese bevorzugt behandelt werden und dass die Bewerbung einseitig abläuft», sagt ein Kadermitglied eines Basler Privatspitals gegenüber der bz.

Künftig werden die Qualität, die Fallzahlen, der Preis, die Einbindung in die universitäre Medizin sowie die Ausbildungstätigkeit der Angestellten zu den Bewerbungskriterien für die Spitalliste gehören. Anja Oswald, Präsidentin der Basler Privatspitälervereinigung, sagt, man werde die Massnahmen prüfen. «Wichtig ist, dass gleich lange Spiesse gelten.» Die Privatspitäler würden sich nicht vor Konkurrenz scheuen, könnten sie doch mit tiefen Baserates, also günstigen Basisfallpreisen, punkten. «Und auch bei den Weiterbildungen machen wir viel», sagt Oswald.

FDP-Landrat fordert Objektivität von den Kantonen

Bei den Gesundheitspolitikern stösst die Idee, die Eingriffe bei den einzelnen Spitälern zu deckeln und die Leistungsaufträge wo nötig zu entziehen, auf Goodwill. Der Basler SP-Grossrat Kaspar Sutter sagt: «Endlich, das sieht gut aus! Auch wenn der Schritt neun Jahre zu spät kommt.» Sutter spricht die Tatsache an, dass das revidierte Krankenversicherungsgesetz 2012 wirksam wurde, das eine Steuerung der Eingriffe durch Spitallisten vorsieht. Dass der Kampf gegen den Anstieg der Fallzahlen erst auf 2021 wirksam werde, sei der «Passivität» der Gesundheitsdirektoren geschuldet. Sutter glaubt, dass nichts an Leistungsentzügen vorbeiführt. «In der Urologie und in der Orthopädie gibt es ein Überangebot – wenn nötig, müssen eben Standorte abgebaut werden.»

Vorsichtigere Töne gibt Christoph Hiltmann (FDP) von sich. Der Präsident der Baselbieter Gesundheitskommission sagt, dass es «konzeptionell» richtig sei, das Angebot mit der Nachfrage zu vergleichen. Doch kann er auch die Privatspitäler verstehen, die einen einseitigen Vergabeprozess befürchten. «Leistungsentzüge sind ein sehr sensibles Thema. Der Kanton muss aufpassen, dass er objektiv bleibt.» Die Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) verwiesen wiederholt auf die unabhängige Kommission, die den Bewerbungsprozess begleitet.

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