Der Nordwestschweizer Ableger von Pro Bahn Schweiz lehnt die vorgeschlagenen öV-Abbaumassnahmen in Form von Fahrplanausdünnungen auf diversen Strecken entschieden ab (siehe bz vom Donnerstag). Für die betroffenen strukturschwachen Gebiete des Kantons Baselland seien sie schädlich, die Folgen kontraproduktiv und die gesuchten Einsparungen zu gering im Verhältnis zu den negativen Auswirkungen für die betroffenen Gebiete und Talschaften.

Anstelle von Fahrplanausdünnungen im Busbetrieb seien kreative Lösungen, zum Beispiel mit einem Ruftaxisystem, zu suchen. In der Westschweiz, im Kanton Jura und andernorts sei es gelungen, mit einem Rufbus oder Ruftaxi die Erreichbarkeit kleinerer Orte im öffentlichen Verkehr zu erhalten und gleichzeitig die Kosten zu senken, schreibt die Interessengemeinschaft in einer Mitteilung.

«Auf der Linie S 9 Sissach–Läufelfingen–Olten der Regio-S-Bahn Basel ist auf eine Fahrplanausdünnung gänzlich zu verzichten. Bei einer S-Bahn gilt ein Stundentakt als absoluter Schweizer Minimalstandard, die Regel ist heute ein Halbstundenintervall.» So verkehre die Waldenburgerbahn an Werktagen halbstündlich. Im Homburgertal sei eine Reduktion vom Stunden- auf den Zwei-Stunden-Takt nicht akzeptabel, die Benutzung der Linie und ihr Kostendeckungsgrad würden dadurch sogar sinken. Eben erst habe sich der Kanton Baselland für den Erhalt der Linie ausgesprochen und erhebliche finanzielle Mittel in den kundenfreundlichen Ausbau der Stationen gesteckt.