Seit heute Donnerstag sieht der Baselbieter Stimmbürger erst recht rot: Zehn Tage nachdem das Nein-Komitee seine Plakate «5000 Millionen sind zu viel» aufgestellt hat, zieht die Gegenseite nach. Auch das Plakat jener, die für ein Ja am 22. September werben, gibt sich ganz rot. Dabei möchte das Pro-Komitee sich eigentlich deutlich von der Gegenkampagne distanzieren.

Besonderen Wert legen die Befürworter darauf, dass sie nicht nur Vertreter aller Parteien, sondern auch den Baselbieter Regierungsrat in corpore in ihrem Boot wissen. Finanzdirektor Anton Lauber sparte denn auch nicht mit Kritik und legte eigene Berechnungen vor, die die 5-Milliarden-Warnung der Gegner entkräften sollten: «Es geht um Gesamtkosten von 2,2 Milliarden Franken. Das ist die erhärtete Zahl, egal, was die Anderen behaupten.»

«Arbeitsfrieden in Gefahr»

An Christoph Straumann, dem Präsidenten des Lehrervereins und der Arbeitsgemeinschaft der Baselbieter Personalverbände, war es dann, aufzuzeigen, dass auch die Arbeitnehmer substanzielle Leistungskürzungen in Kauf nimmt und keineswegs von einer «Luxuslösung» gesprochen werde könne. Auch glaube er nicht, dass bei Neuverhandlungen nach einem Volks-Nein eine günstigere Lösung gefunden wird: «Der Arbeitsfrieden in Baselland wäre in Gefahr.»

Nicht zuletzt, so das Komitee, würden schlechtere Leistungen der BLPK das Problem der Deckungslücke überhaupt nicht beheben können. Und: Diese seien im Dekret festgeschrieben, das gar nicht Bestandteil der Gesetzes-Abstimmung ist. All diese Punkte gelte es nun, dem Stimmvolk zu vermitteln. «Wir wissen, dass das nicht einfach wird», gibt CVP-Landrat Felix Keller zu.