Birsfelden

Public Viewing, Konzerte und wieder Dinos – doch das Inseli soll keine Partymeile werden

Drohnenaufnahme von der Ausstellung.

Drohnenaufnahme von der Ausstellung.

Die Kraftwerkinsel in Birsfelden entwickelt sich. Es sind unter anderem Konzerte, ein Variété und im Sommer während der Fussballweltmeisterschaft ein Public Viewing geplant. Doch das ganze soll überschaubar bleiben.

Das Basler Rheinufer hat sich in den vergangenen Jahren während der warmen Jahreszeit zum Hot-Spot gemausert. Mit den jüngsten Umgestaltungsplänen soll die Flaniermeile weiter rheinaufwärts ausgeweitet werden. Doch an der Kantonsgrenze ist Feierabend. Schon seit längerem ist auf der Birsfelder Seite des Birsköpfli um 22 Uhr Zapfenstreich. Diese Vorgabe gilt auch auf der Kraftwerkinsel. «Daran musste ich mich auch erst gewöhnen», sagt Miguel Engewald, der dort seit vergangenem Sommer die Café-Bar «La strada» betreibt. «Aber so bleibt die Insel eine Ruheoase. Es gibt schon genug Partymeilen.»

Mit dem ersten Jahr auf dem Inseli war Engewald sehr zufrieden. «Ich habe nicht erwartet, dass so viele Leute hierher kommen. Der Basler geht meist kaum weiter als bis zum Barfi.» Entsprechend habe er das Gespräch mit der Eigentümerin Kraftwerk Birsfelden AG und der Gemeinde gesucht. Vor kurzem ist Engewald in die zweite Saison gestartet. Neu bietet er Grilladen, geplant sind auch Konzerte, ein Variété und im Sommer während der Fussballweltmeisterschaft ein Public Viewing im kleinen Stil. Und selbst für den Winter hat Engewald Pläne: Ihm schwebt ein kleiner Weihnachtsmarkt vor.

Damit erfüllt die Café-Bar «La strada» ziemlich genau die Vorstellungen von Gemeinde und Kraftwerk Birsfelden AG. «Uns ist eine ausgewogene Mischung zwischen einer Nutzung der Insel und der Bewahrung als Erholungsgebiet wichtig», sagt Birsfeldens Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP). «Das Ganze wird überschaubar bleiben.» Als nächsten Schritt wollen die Gemeinde und die Kraftwerk Birsfelden AG gemeinsam eine Strategie für die mittel- und langfristige Bewirtschaftung der Insel erarbeiten. Kleinere Nutzungen würden pragmatisch behandelt, so Hiltmann, grössere nur im Rahmen der Gesamtstrategie.

Die Dinosaurier-Ausstellung auf der Kraftwerkinsel in Birsfelden wurde verlegt

Die Dinosaurier-Ausstellung auf der Kraftwerkinsel in Birsfelden von oben: Aufgenommen im Juli 2017

Die Dinos wollen zurück

Eine solche wäre etwa die Dinosaurier-Ausstellung, die letztes Jahr über sechs Monate den mittleren Teil der Insel besetzte. Rund 32'000 Besucher und 11'000 Schüler hat Betreiber Roger Adolfsen gezählt. «Die Verbindung mit dem Hafen und der Schleuse ist schweizweit einzigartig.» Mittlerweile sind die Riesenechsen ins solothurnische Subingen weitergezogen, doch Adolfsen plant bereits die Rückkehr. 2020 soll es soweit sein. Neben der Ausstellung plant Adolfsen auch noch Freizeitattraktionen wie Minigolf oder einen Spielplatz. Die Dino-Ausstellung sorgte auch für Unmut. Vor allem, da anfangs aufgrund der Absperrungen die beliebte Wiese am Spitz der Insel für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich war. Deshalb mussten die Riesenviecher nach einigen Wochen umgesiedelt werden.

«Von den Dino-Ausstellern ist Interesse bekundet worden», bestätigt Sascha Jäger, Direktor der Kraftwerk Birsfelden AG. «Die Ausstellung war aus unserer Sicht erfolgreich, auch aufgrund der Anpassungen.» Viele Leute hätten sich sehr über das Angebot gefreut. «Wir wären grundsätzlich offen für alle Aktivitäten», sagt Jäger. Allerdings bewirtschafte das Unternehmen die Kraftwerkinsel nicht proaktiv, sondern biete auf Nachfrage Hand, soweit möglich. «Unsere Kernkompetenz ist und bleibt die Stromproduktion und der Betrieb der Schleuse.»

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