Langenbruck

Pulverschnee: Die Skisaison im Baselbiet ist eröffnet

Bei idealen Schneeverhältnissen konnten Wintersportler am Wochenende in Langenbruck erstmals in diesem Winter ihre Ski anschnallen.

Kaum öffnete Ernst Schneider gestern Vormittag um zehn Uhr das Kassenhäuschen an der Talstation des Skilifts Untere Wanne in Langenbruck, standen die Skibegeisterten schon Schlange. Der Betriebsleiter der AG, die den Lift betreibt, sagt, es sei der beste Saisonstart seit Jahren. «Es liegen rund sechzig Zentimeter Pulverschnee», betont er.

Sie kommen in Scharen, aus dem ganzen Baselbiet, dem Kanton Aargau, aus dem nahen Gäu und dem etwas ferneren Basel. Manche Skianzüge sind neu und kommen erstmals zum Einsatz. Andere haben ihre Ski noch nicht wintertauglich gemacht, die Kanten wurden noch nicht nachgeschliffen. Aber, so ein junger Mann, er habe nicht warten wollen, als er gehört habe, dass die Skisaison in Langenbruck eröffnet werde.

Letzte Tipps vom Papi

Viele Eltern mit ihren Kindern stapfen den Weg vom Parkplatz zum Skilift hoch. «Maaaammi», ruft der fünfjährige Leon ungeduldig. Am liebsten würde er gleich zum Bügellift gehen, bevor Mami und Papi bereit sind. Einen halben Meter daneben gibt ein Vater seinem Sprössling Tipps: «Du musst die Ski quer stellen, nicht den Berg runter.» Und ein Grossmami zurrt dem Enkel die Lasche am Helm fester, während drei Jugendliche mit ihren Snowboards bereitstehen: «Danke fürs Heranfahren», sagt einer von ihnen zu seiner Mutter, bevor er sie mit einem kurzen Winken verabschiedet.

Einen kurzen Schwatz mit Ernst Schneider hält Walter Wenger, Gemeinderat von Langenbruck. Eigentlich habe er die Ski noch nicht aus dem Keller holen wollen: «Als ich aber die guten Bedingungen sah, konnte ich nicht widerstehen», sagt er, bevor er eine Halbtageskarte löst. Die meisten lösen aber gleich eine Tageskarte. Nur einige wenige wollen eine einzelne Fahrt: «Nur mal zum Schnuppern», lacht eine Frau, als sie darauf angesprochen wird.

Nun kommen drei Kinder, fünf- bis neunjährig, schüchtern zu Ernst Schneider: «Wir haben unsere Eltern verloren», sagen sie. Freundlich nimmt sich der Mann ihrer an. Er werde nach oben telefonieren. Und er lädt die drei Buben zu sich «in die Wärme» ein.

Dominic Schneider steht derweil bei den Bügeln. Mit freundlichen Worten hält er ihn den Skifahrern entgegen, gibt unsicheren Kindern kurze Ratschläge, damit sie sich im Bügel halten können, ohne vom Lift oder aus der Spur zu fallen. 800 Personen kann der Skilift Untere Wanne pro Stunde in die Höhe hieven.

Die Piste selber ist 1200 Meter lang. Von der Bergstation runter zum Ausgangspunkt sind es 220 Meter Höhendifferenz. Die Wintersportler geniessen es sichtlich, sich quasi vor der eigenen Haustür auf die Skiferien vorbereiten zu können. Zumal sich einige Mal für wenige Minuten die Sonne zeigt. «Unter solchen Bedingungen ist das Skigebiet im Baselbieter Jura jedem mondänen Wintersportort in den Alpen vorzuziehen», freut sich ein älterer Skifahrer.

Gute Wetteraussichten

Der Skilift «Untere Wanne» in Langenbruck ist beliebt als eine der wenigen Wintersportmöglichkeiten in der Region. «Seit dem 21. Dezember vor 60 Jahren gibt es unseren Skilift», sagt Schneider stolz. Geöffnet ist der Skilift jeweils am Wochenende und am Mittwoch. Und die Schnee- und Wetteraussichten für die kommenden Tage sind gut.

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