Buslinien

Regierung hat sich gehörig verrechnet: AAGL und BLT müssen weniger sparen als angedroht

Die AAGL und BLT müssen weniger sparen als angedroht. (Archiv)

Es war eine offene Drohung. Werdet ihr nicht billiger, nehmen wir euch die Konzessionen weg. Adressaten waren die Autobus AG Liestal (AAGL) und die Baselland Transport AG (BLT).

Von der AAGL und der BLT verlangte die Baselbieter Regierung, dass sie bei 18 ihrer Buslinien im Oberbaselbiet insgesamt zwei Millionen Franken pro Jahr einsparen. Ansonsten schreibe man die Konzessionen für den Betrieb der Verbindungen neu aus. Es geht um zehn Linien der AAGL und acht der BLT.

Jetzt gesteht der Regierungsrat ein, sich verrechnet zu haben. Der Kanton war zu streng mit den beiden öV-Unternehmen. «Im Laufe der Verhandlungen hat sich gezeigt, dass die Zielvorgaben vor allem für die AAGL zu hoch angesetzt waren», heisst es in einer regierungsrätlichen Antwort auf eine Interpellation von Landrat Urs Kaufmann (SP). «Deshalb wurden Anpassungen auf ein tieferes Niveau vorgenommen.» Man arbeite noch an der Finalisierung der Vereinbarungen, die Zahlen seien vertraulich. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die AAGL alleine 1,6 Millionen Franken hätte günstiger werden müssen.

Aus den Antworten geht auch hervor, wie die Zielvorgabe von zwei Millionen zustande kam. «Die Vorgaben basieren auf der von der BLT gemachten Aussage im Sommer 2017, wonach die BLT die zehn Buslinien der AAGL um zwei Millionen Franken billiger betreiben kann.» Die BLT habe die Summe allerdings relativiert: Der volle Spareffekt käme lediglich bei einer Fusion mit der AAGL zustande.

Das Zusammengehen der zwei Konkurrenten entspricht einem alten Wunsch des Kantons und der BLT – doch die kleinere AAGL ziert sich.

Nur als Notfall-Szenario

Der Kanton stellt auch in Aussicht, die 18 Buslinien nicht neu ausschreiben zu lassen. Zwar sei per Ende Januar eine Ausschreibungsplanung beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht worden, jedoch lediglich als vorsorgliche Massnahme, falls mit AAGL und BLT keine Zielvereinbarungen zustande kämen. Bis Ende März werde noch verhandelt, schreibt die Regierung. Könnten die Vereinbarungen abgeschlossen werden, ziehe sie das Gesuch beim BAV zurück.

Meistgesehen

Artboard 1