Dem Kantonsspital Baselland (KSBL) läuft es finanziell schlecht: 2018 hat es einen operativen Verlust von 12,7 Millionen Franken eingefahren, wie das Spital am Mittwochmorgen mitteilte. Zwar resultiert in der Jahresrechnung insgesamt ein Gewinn von 6 Millionen. Dieser kam allerdings nur aufgrund der Auflösung von Rückstellungen zustande.

Die schlechte Ertragslage findet auch bei den Patientenzahlen ihren Ausdruck: 2018 haben die stationären Fallzahlen um 3,7 Prozent abgenommen, dies nach teils markanten Rückgängen in den Vorjahren. Und auch im ambulanten Bereich läuft es für das KSBL nicht gewünscht: Hier beträgt der Rückgang nach Taxpunkten bei 6,9 Prozent. Einzig der Bereich Rehabilitation hat um 8,8 Prozent zugenommen.

«Einschneidende Veränderungen» nötig

Zum Rückgang der Fallzahlen habe «mit Sicherheit» auch die öffentliche Diskussion um die Fusion mit dem Universitätsspital Basel und die damit verbundene Verunsicherung bei Patienten und Zuweisern geführt, kommentiert das KSBL. Nach dem Nein des Basler Stimmvolks zu dieser Fusion wird das KSBL nun allein in die Zukunft gehen müssen – und dieser Alleingang werde «einschneidende Veränderungen» erfordern.

Zur Zukunftsstrategie des Spitals haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gemeinsam mit dem Kader Szenarien entwickelt, die sie nun der Regierung unterbreiten. Wie die bz im Juni bereits geschrieben hat, gibt es vier Szenarien, die aus Sicht des KSBL nach folgender Rangfolge priorisiert werden.

  1. Stationäre Leistungen an den zwei Standorten Liestal und Bruderholz, Laufen würde demnach geschlossen.
  2. Ein neues Kantonsspital auf der grünen Wiese. Alle anderen Standorte würden geschlossen.
  3. Wie bisher bietet das KSBL stationäre Leistungen an allen drei Standorten an. Der Leistungsumfang müsste wohl teilweise deutlich heruntergefahren werden.
  4. Es gibt noch einen einzigen KSBL-Standort, und der heisst Liestal.

Wenig Eigenkapital vorhanden

Das KSBL betont in der Mitteilung, dass alle Szenarien von politischen Entscheiden abhängig sind. So ist insbesondere bei der Variante Neubau auf der grünen Wiese fraglich, ob das KSBL diese Variante aus eigenen Mitteln finanzieren könnte. Das KSBL verfügt per Ende 2018 noch über eine Eigenkapitalbasis von 58,4 Millionen Franken.

Die Baselbieter Regierung hält in einer Mitteilung fest, dass das Spital den künftigen Investitionsbedarf aus eigenen Mitteln decken müsse. «Der Kanton Baselland sieht nicht vor, zusätzliches Kapital ins KSBL einzuschiessen», betont die Regierung. Eine Ausnahme gibt es freilich: Bereits nach dem Scheitern der Spitalfusion gab der zuständige Regierungsrat Thomas Weber bekannt, ein Darlehen des Kantons im Umfang von rund 150 Millionen Franken in Dotationskapital des Spitals zu wandeln.