Isaac Reber, Regierungsrat und Vorsteher der Baselbieter Sicherheitsdirektion, hat gut lachen. Die Zahl der Delikte ist im Landkanton im vergangenen Jahr um 5 Prozent gesunken, wie die Baselbieter Polizei an einer Medienkonferenz am Dienstag verkündete. Es ist das vierte Jahr mit einem Rückgang in Folge. Reber meint dazu im Interview: «Das Baselbiet gehört zu den sichersten Kantonen der Schweiz. Aus diesem Grund darf man sich hier auch sicher fühlen.»

Trotz dieser erfreulichen Tendenz macht ihm eine andere Entwicklung zu schaffen. «Das Bundesgericht hat die Praxis betreffend DNA-Proben in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren verschärft», erklärt Reber. Während 1994 eine DNA-Probe von der Rechtsprechung angeordnet wurde, wenn eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit auf eine künftige Verwicklung in ein Delikt bestand, forderte das Bundesgericht 2014 erhebliche und konkrete Anhaltspunkte, damit ein DNA-Profil erstellt werden konnte.

DNA-Proben sehr wichtig für uns

Auch Martin Grob, Chef der Kriminalpolizei Baselland, äusserte vor den Medien seine Bedenken bezüglich der verschärften Massnahmen und wies auf die zentrale Bedeutung der DNA-Proben hin. Gerade für das Aufdecken und Zuordnen von Delikten sei die DNA-Analyse das beste Mittel, um Licht ins Dunkel zu bringen. Reber stimmt Grob zu: «Aus diesem Grund sind DNA-Proben sehr wichtig für uns.»

Geschlagen geben will sich Reber aber nicht: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Regeln auf der gesetzlichen Ebene wieder so sind, dass man – dort wo es angebracht ist – wieder DNA-Proben entnehmen kann.»

Vergleich zu Basel mit Vorsicht zu geniessen

Im Vergleich zum Landkanton haben in Basel-Stadt die Deliktzahlen zugenommen, insbesondere die Drohungen gegen Beamte. Erklärt wurde das an der Medienkonferenz des Basler Sicherheitsdepartements vom Dienstag auch damit, dass die Polizei verstärkt an Hot-Spots unterwegs sei. Somit komme es also auch zu mehr Konfrontationen mit Delinquenten und es würden mehr Delikte erfasst – was sich auch auf die Statistik ausgewirkt habe. 

Reber sagt dazu im Interview, man könne die beiden Polizeikorps nicht eins-zu-eins miteinander vergleichen. In Basel beobachte man, wie in Städten allgemein, andere Delikt-Schwerpunkte als in ländlichen Gebieten. Das sei in der Nordwestschweiz nicht anders.

Das Delikt, das den Baselbieter Strafverfolgungsbehörden am meisten Sorgen bereitet habe, sei der Einbruchdiebstahl. Da sei man gut unterwegs: «Bei der Aufklärung der Einbruchdiebstähle gehören wir mittlerweile zum besten Drittel der Kantone.»